Neue Form der Trauerkultur

Das Wort „Trauerkultur“ schließt den Bereich der Kunst mit ein. Und Kunst regt zum Nachdenken an. Grabdenkmäler beinhalten so den Auftrag: denk mal nach! Auch dein Leben ist begrenzt, darum lebe bewusst. Mehr als jeder klassische Friedhof erinnert der Trauerwald in Pentling an diese Lebensaufgabe. Dieser künstlerisch gestaltete Bestattungsort verbindet beides: einen würdigen Platz für die Toten und einen inspirativen Ort für die Trauernden. Urnen, die hier würdevoll zur Ruhe gebettet werden, müssen nicht nach einiger Zeit aus einer Urnenwand in ein dann anonymes Massengrab.

Und wenn auch nach vielen Jahren das Namensschild entfernt würde, so wird man immer wieder den Platz finden, der mit seinem Symbol aufs Leben verweist. Nicht minder erinnert ein Baum als Ort der Beisetzung an das Frucht bringen, das Reifen und den Kreislauf des Lebens, das hoffnungsvoll grün immer neu aufblüht. An so einem Familienbaum sind vier Grabplätze eingeschlossen. Partner können für sich einen kleineren Partnerstrauch pflanzen lassen, um über den Tod hinaus verbunden zu bleiben.

Das Schöne am Trauerwald Pentling, an dem sich auch Menschen anderer Orte beisetzen lassen können, ist seine wunderbare Lage: weit schweift der Blick über die Donau hinweg. Auf Anfrage bieten die beiden Betreiber des Trauerwaldes auch Führungen für interessierte Gruppen an. Der Theologe Anton Aschenbrenner, von dem der Entwurf für diesen Friedhof stammt, kann aus seiner reichen Erfahrung als Trauerredner Impulse zum Sinnieren geben. Sein Kollege Manuel Kasberger ist für die Verwaltung im Trauerwald zuständig. Gemeinsam bieten die beiden mit ihren Trauerwäldern Friedhöfe an, die naturnah und lebensbejahend die bisherige Trauerkultur bereichern.