Laufen am Fuße des Mount Everest

Extrem-Sportlerin Holly Zimmermann startet beim höchst gelegenen Marathon der Welt am Dach der Welt

Regensburg – Denkt man an den Mount Everest, dann denkt man in erster Linie an Reinhold Messner und Co. Extrem-Bergsteiger eben. Doch auch die Alteglofsheimerin Holly Zimmermann sucht am Everest eine neue Herausforderung. Die Ultra-Läuferin startet am 29. Mai beim Everest-Marathon.

Von Matthias Dettenhofer

42 Kilometer,. 5.350 Meter über dem Meerespiegel und 2.700 Höhenmeter. Warum tut man sich eine solche Quälerei an? Holly Zimmermann: „Ganz einfach, es reizt mich. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und sie mit diesem Marathon gefunden. Ich brauche das Abenteuer.“ Nach dem heißen Marathon des Sables durch die marokkanische Wüste, dem eisigen Polar Circle in Grönland und dem bergigen Hochkönigman nun also der Tenzing Hillary Everest Marathon.
„Ich habe schon einen gewaltigen Respekt. Einen Marathon nur mit der Hälfte an Sauerstoff, das wird eine Herausforderung.“ Eine besondere Vorbereitung auf die Höhe hat Zimmermann jedoch nicht absolviert. Eigentlich wollte ich gerne in den Bergen trainieren, aber die Hütten hatten alle noch geschlossen.“ So muss es eben ohne gehen. Grünes Licht von der medizinischen Abteilung hat sie in jedem Fall. „Das ist Pflicht, wenn man sich anmeldet.“
Und dennoch hat sich die Extrem-Sportlerin natürlich vorbereitet. „Meine vegane Ernährung habe ich umgestellt. In Nepal gibt es viele Milchprodukte, da muss ich mich anpassen, nicht dass mein Magen rebelliert.“ Zum Laufgepäck gehören zudem Kohletabletten, Energie-Riegel und eine Jacke.
Ihr bislang härtestes Rennen hat Zimmermann beim Hochkönigman absolviert. „Das waren 87 Kilometer Strecke und knapp 5.000 Höhenmeter. Mega-anstrengend.“ Gestartet wird im Basislager der Everest-Expeditionen. Wo sich normalerweise Bergsteiger tummeln, kommen also nun einige Läufer dazu. Von 5.300 Metern geht es dann runter auf 3.550 Meter, wobei dazwischen schon etliche Steigungen zu bewältigen sind. „Insgesamt müssen wir 2.700 Höhenmeter hinter uns bringen, bis wir das Ziel in Namche erreichen.“
Unter acht Stunden möchte sie für die Strecke benötigen. „Man kann die Strecke ja nicht durchgehend laufen. Zwischendurch müssen wir Yak-Karavanen überholen“, lacht die US-Amerikanerin und Wahl-Bayerin. Dennoch ist sich Zimmermann Sicher: „Körperlich schaffe ich das. Nur bis es los geht, ist es nervenaufreibend. Doch wenn ich an der Startlinie stehe, ist das Schlimmste vorbei.“ Bis, ja bis auf 42 Kilometer über den Wolken….