Die Eisbären sind bereit für die neue Eiszeit!

Vor dem Saisonauftakt kommenden Freitag: Geschäftsführer Christian Sommerer im großen Blizz-Interview

Regensburg – Nach wochenlanger intensiver Vorbereitung starten die Eisbären Regensburg kommenden Freitag, den 28. September, in die neue Eiszeit. Die Eishockey-Cracks um Trainer Igor Pavlov treten im ersten Saisonspiel in der Oberliga Süd beim EC Peiting (Startbully: 19.30 Uhr) an, ehe es zwei Tage später, am Sonntag, den 30. September, in der Donau-Arena zur Heimspiel-Premiere gegen die Starbulls Rosenheim kommt. Startbully ist dann bereits um 18 Uhr. Im Vorfeld nahm sich Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer ausreichend Zeit, um mit dem Blizz über die aktuelle Situation zu reden.

Von Mario Hahn

Blizz: Christian Sommerer, wer gibt das Saisonziel aus? Sie oder Trainer Pavlov?

Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer
Foto: Melanie Feldmeier/arsito

Christian Sommerer: Das erfolgt in gemeinsamer Absprache. Wir haben einen Trainer, der bekanntermaßen den Aufstieg anstrebt. Wir als GmbH tun alles dafür, um die strukturellen Bedingungen dafür zu schaffen.

Wenn Sie das Saisonziel alleine ausgeben dürften, was würden Sie antworten?

Platz Eins, Playoff-Heimrecht bis zum Finale. Aufstieg in die DEL 2 als Meister (lacht). Das wünscht sich natürlich insgeheim jeder. Das wäre das Traumziel. Realistisch betrachtet, wollen wir eine gute Saison spielen und uns eine gute Ausgangsposition für die Play-offs verschaffen. Regens-burg ist ein Eishockeystandort mit großem Potential, eine Eis-hockey-Stadt. Wir wollen eine begeisternde Saison spielen und unsere Fans und Zuschauer mit aufopferungsvollem Eishockey begeistern. Wenn jeder nach dem Spiel aus der Arena zufrieden nach Hause geht, selbst wenn die Mannschaft verloren hat, aber alles für den Sieg getan hat, haben wir vieles richtig gemacht.

Zur Vorbereitung: Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Ergebnissen?

Die Vorbereitung war bislang sehr zufriedenstellend. Ich betrachte diese Phase jedoch in ihrer Gesamtheit seit dem Zeitraum ab April 2018, da haben wir heuer bereits mit der Vorbereitung begonnen. Insgesamt wurde in Regensburg wahrscheinlich bis dato noch nie eine derart intensive und akribisch geplante Vorbereitung wie unter Igor Pavlov umgesetzt, die Testspielphase selbst war Phase drei des Vorbereitungs- und Sommertrainingsplanes.

Der torreiche 8:5-Sieg gegen das deutsche U20-Nationalteam am Dienstag war mehr als ein Prestigeerfolg, oder?

Es war ein schöner Achtungserfolg. Nach der Niederlage in Passau (2:4; Anm.d.Red.) war natürlich niemand zufrieden. Es erfolgte auch eine Konsequenz darauf von Seiten des Trainers und der Geschäftsführung.

Am Sonntagabend testen die Eisbären das letzte Mal, und zwar gegen Starbulls Rosenheim, ehe es nächsten Freitag in Peiting bereits um Liga-Punkte geht. Auf wie viel Prozent ist das Team?

Dazu müssten Sie unseren Trainer fragen. Aber Luft nach oben haben wir immer. Der Peaklevel ist sicher nicht erreicht. Wer Igor Pavlov kennt, der weiß, daß sich bei ihm alles auf die Playoff-Phase fokussiert, wie man auch beim Saisonabschluss letztes Jahr sehen konnte. Dort legt er nochmal nach. Die Mannschaft wird sich unter ihm über die ganze Saison weiterentwickeln.

Zum Team: 16 Abgängen stehen neun Zugänge gegenüber. Als Eisbären-Fan muss man die Mannschaft erst wieder neu kennenlernen, oder?

Ich denke, die Neuzugänge haben sich schon in die Herzen unserer Fans gespielt, man hat ja spätestens bei der Saisoneröffnungsfeier auf der Dult im Hahn-Zelt gemerkt, dass die Jungs als Team gut harmonieren und wir eine gute Mischung mit Topcharakteren haben. Unsere Fans sind außerdem sehr treu und lieben die Nähe zu ihrer Mannschaft. Ich denke, groß „fremdeln“ wird hier keiner.

Wie bewerten Sie die Zugänge? Hat sich da schon irgendjemand aufdrängen können?

Das obliegt nicht mir als Geschäftsführer. Ich habe dazu eine persönliche Meinung, es wäre aber meines Erachtens unprofessionell, mich hier und jetzt schon dazu zu äußern. Hierfür haben wir unseren Igor Pavlov und Stefan Schnabl. Grundsätzlich bin ich bis dato mit der Zusammenstellung der Mannschaft sehr zufrieden.

Mal etwas Grundsätzliches: Profitiert das deutsche Eishockey – und hier insbesondere die Teams in der Oberliga – vom Silber-Erfolg bei Olympia?

Wir persönlich können hier in Regensburg in unserer Arbeit nichts bemerken. Nachhaltig würde man wohl nur etwas spüren, wenn sich das deutsche Eishockey langfristig in der Weltspitze etabliert. Das würde eine entsprechende breite Medien- und Publikumsaufmerksamkeit generieren, die sich dann auch in den Ligenbetrieben nachhaltig bemerkbar machen würde. Aber auch das wäre ein langfristiger Prozess über einige Jahre.

Regensburg ist, wie Sie schon sagten, eine Eishockey-Stadt mit einem ganz festen Anhänger-Kern. Wollen Sie diese Gelegenheit nutzen und ein paar Worte vor dem Be-ginn der neuen Spielzeit an die Fans richten?

Ich möchte mich im Namen der Gesellschafter, von Igor Pavlov, Stefan Schnabl und mir persönlich ganz herzlich für das bereits in uns gesetzte Vertrauen bedanken! Wir freuen uns, wenn auch diejenigen die unseren neuen Weg skeptisch verfolgen, dem Team eine Chance geben und uns unterstützen.

Vielen Dank für das angenehme Gespräch und viel Erfolg in der Oberliga!