Portion positiver Egoismus für den Erfolg

Regensburg – Die Vorbereitung der Eisbären Regensburg biegt auf die Zielgerade ein. Bislang ist Trainer Igor Pavlov angetan von der Leistung seiner jungen Mannschaft. Zum Auftakt der Oberliga Süd warten mit Peiting (28.9.) und Rosenheim gleich zwei echte Kracher. 

Von Matthias Dettenhofer

Blizz: Bisher spielt Ihre Mannschaft eine starke Vorbereitung. Fünf Siege und zwei Niederlagen stehen auf dem Ergebnisboard. Hätten Sie gedacht, dass es in dieser Phase der Vorbereitung so gut läuft?

Igor Pavlov: Ich wusste, dass wir fit sind und gut spielen werden. In unserem Team stehen viele gute, junge Spieler, denen ich gerne beibringen möchte, was im modernen Eishockey verlangt wird. Dafür müssen aber alle mitziehen, denn es gilt: ohne harte Arbeit und Willen kein Erfolg.

Welche Lehren ziehen Sie aus der Vorbereitung bislang?

Man kann aus jedem Spiel etwas lernen. Dass man aus Niederlagen mehr lernt, ist ein weit verbreitetes Klischee. Warum sollte ich mir Niederlagen suchen, um etwas zu lernen? Ich gehe mit der Einstellung „ich will nicht verlieren“ in jedes Spiel. Und wenn man am Ende gewonnen hat, dann kann kann man analysieren, wie man gewonnen hat.

Gibt es Stellschrauben, an denen bis zum Ligastart in Peiting noch gearbeitet werden muss?

Klar. Auch bei den fünf Siegen in Folge war nicht alles super. Jeder muss 60 Minuten, von Anpfiff bis Ende, seinen Job erledigen. Die Gegner müssen sich nach uns richten. Wir bestimmen den Rhythmus, nicht die anderen. Mit unseren vier Blöcken wollen wir das Tempo durch kurze Wechsel hoch halten und die Spiele aus eigener Kraft für uns entscheiden. Das muss uns gelingen!

Welcher Ihrer Spieler hat Sie bislang am meisten überzeugt?

Wer Leistung zeigt oder wer nicht, das sollen die Zuschauer für sich entscheiden. Ich mache mir mein eigenes Bild. Fakt ist, wir haben viele junge Spieler, die Fehler machen und das auch dürfen. Sie sollen keine Angst haben. Nur sollen sie nicht zweimal den selben Fehler machen, das ärgert mich dann.

Lassen wir einmal Jonas Leserer außen vor, gehen Sie mit Peter Holmgren als Nummer eins in die Saison. Die Backups auf der Torhüter-Position sind mit Simon Klee und Maximilian Ledutke eher unerfahren. Ein Risiko?

Es ist eine gute Lösung. Die beiden Jungs sind gute DNL-Torhüter und ich bin mit der Lösung und meiner Rotation zufrieden. Trotzdem weiß natürlich Peter, was auf ihn zukommt und was von ihm erwartet wird. Trotzdem hoffe ich, dass er, wie alle anderen Spieler, von Verletzungen verschont bleibt.

Macht es wirklich keinen Unterschied, ob eine Mannschaft mit einem erfahrenen Goalie spielt?

Na ja, es kann sein, dass die Vorderleute bei einem relativ unerfahrenen Torhüter in der Rückwärtsbewegung besser aufpassen. Dafür kann man von einem erfahrenen Mann erwarten, Spiele mit Top-Saves zu gewinnen.

Bei der Mannschaftspräsentation auf der Dult sagten Sie: „Es wird eine gute Saison“. Die restlichen Teams in der Liga haben sich jedoch stark verstärkt. Warum stehen Sie trotzdem zu Ihrer Aussage?

Klar haben die anderen Teams gute Leute verpflichtet. Das ist mir aber egal. Wir müssen auf uns schauen. Und wir haben gute, junge Spieler verpflichtet. Diese müssen wir nun ausbilden und stärker machen. Konkret: Je besser jeder arbeitet und seinem Mitspieler hilft, desto stärker funktionieren wir als Team. Jeder muss mit einer Portion von positivem Egoismus in die Spiele gehen. Mit dem hundertprozentigen Willen, auch bei einer 3-gegen-1- oder 2-gegen-1-Situation den Schuss aufs Tor zu wagen, Verantwortung zu übernehmen und einen Treffer zu erzielen. Beherzigen wir das, wird es eine starke Saison und wir können das Maximum erreichen und um den DEL2-Aufstieg mitspielen.