Die Rothosen reisen zum ehemaligen Dino

Jahn Regensburg trifft am Sonntag auf den Hamburger SV / Beim Bundesliga-Absteiger sollen auch Punkte her

Regensburg – Die Generalprobe ist missglückt: Letzte Woche verlor der SSV Jahn Regensburg zuhause gegen Dynamo Dresden mit 0:2. Trotz großem Aufwand ging die Mannschaft um Trainer Achim Beierlorzer zum wiederholtem Mal mit leeren Händen vom Platz. Und ausgerechnet jetzt müssen die Rothosen zum wiedererstarkten Hamburger SV.

Von Mario Hahn

Am Sonntag, den 23. September, kommt es ab 13.30 Uhr im Volksparkstadion zum Spiel David gegen Goliath. David, das ist der Jahn Regensburg, der Kleine. Derweil nimmt der Hamburger SV die Rolle des großen und scheinbar unbezwingbaren Goliaths an.
Nimmt man alleine ein paar nackte Zahlen, dann scheint dieser Vergleich richtig. So hat der ehemalige Bundesliga-Dino, der in seiner großen Geschichte das erste Mal in der 2. Liga spielt, eine Mannschaft, die knapp 60 Millionen Euro wert ist. Darunter befinden sich so illustre Namen wie der südkoreanische Natio-nalspieler Hee-chan Hwang (Marktwert: 10 Millionen Euro), das Jahrhundert-Talent Jann-Fiete Arp (Marktwert: 7,5 Mio. Euro), das unter anderem vom FC Bayern München heiß umworben wird oder der mit allen Wassern gewaschene Sturmtank Pierre-Michel Lasogga (2,5 Mio. Euro), der zuletzt einen astreinen Hattrick erzielte. Die komplette Mannschaft des SSV Jahn Regensburg hat hingegen einen Gesamtwert von „nur“ 11,25 Mio. Euro (Quelle: Transfermarkt). Der Spieler mit dem höchsten Marktwert ist Marc Lais (700.000 Euro). Auch im Bereich von Socal Media liegt der HSV in der Gunst der Fans mit knapp 1,7 Millionen Followern klar vor dem SSV Jahn mit insgesamt knapp 80.000 Followern (Quelle: Fußballdaten.de).
Aber all diese Zahlenspiele sind null und nichtig, was einzig zählt, ist, was eine Mannschaft auf dem Platz zeigt. Nur leider hat der HSV auch in diesem Bereich seine Nase vorn. Während der SSV Jahn nach dem Traumstart gegen Ingolstadt (2:1) fünfmal in Folge – inklusive DFB-Pokal – nicht mehr den Platz als Sieger verlassen konnte, haben die Hamburger um Trainer Chri-stian Titz einen genau anderen Weg eingeschlagen. Nach der Auftaktpleite gegen Kiel (0:3) siegten die Nordlichter – inklusive Pokal – fünfmal in Folge.
Auch wenn der Ball aktuell wohl mehr in der Hälfte der Hamburger liegen mag, die Regensburger werden im hanseatischen Hexenkessel durchaus ihre Möglichkeiten suchen. Schließlich ist derzeit auch nicht alles schlecht beim Jahn. Was fehlt, sind einzig die Punkte, denn die Zielstrebigkeit und das Engagement kann man der Beierlorzer-Elf mitnichten abstreiten.
Was auf jeden Fall am Sonntag passieren muss: das Abstellen von individuellen Fehlern im Defensivbereich und eine bessere Chancenverwertung. Wenn das gelingt, dann ist auch ein Punkt beim Traditionsclub HSV drin. „Wir wollen uns nicht nur freuen, sondern dort auch etwas Zählbares mitnehmen“, betonte Kapitän Marco Grüttner gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung.
Das Spiel wird wie immer live auf Sky übertragen, unter www.ssv-jahn.de gibt es den Liveticker und den Turmfunk.