Christian Schneider (40) und Philipp Thaler (21) gehen am Sonntag beim Regensburg Marathon an den Start

Regensburg – Vom Westen kommend einmal quer durch das Weltkulturerbe Richtung Osten und wieder zurück: Das ist die Strecke des Regensburg Marathon. In verschiedenen Wettbewerben gehen am Samstag und Sonntag rund 6.500 Läufer an den Start. Auch Christian Schneider und Philipp Thaler sind mit von der Partie. Die „Selbstläufer“ versuchen sich in den teilnehmerstärksten Disziplinen.

Von Mario Hahn

Stadtosten. Hier habe ich mich mit Christian Schneider und Philipp Thaler zum Interview verabredet. Sie kommen laufend. „Wir nutzten diese Gelegenheit gleich zum gemeinsamen Training“, so die Regensburger. Sie wirken fit, sind nicht mal außer Puste. Dass IT-Experten Stubenhocker sein sollen – dieses Klischee widerlegen beide eindrucksvoll.

Christian Schneider ist erfolgreicher Software-Entwickler in einem ansässigen Unternehmen. Der 40-Jährige geht am Sonntag die 21,1-Kilometer-Strecke an. Der „Bischofshof Halbmarathon“ ist mit 2.500 Läufern die teilnehmerstärkste Disziplin.

Philipp Thaler, Fachinformatiker im selben Unternehmen wie Schneider, versucht sich über 10,5 Kilometer. Der „Continental Viertelmarathon“ ist mit 1.200 Teilnehmern der zweitgrößte Wettbewerb beim Regensburg Marathon.

Eigentlich hatte der 21-jährige Thaler auch vor, den Halbmarathon zu laufen, doch zu Beginn des Trainings gab es Probleme mit dem Material. „Die Schuhe passten nicht richtig. Das wirkte sich so sehr aufs Knie aus, dass ich mit dem Training eine längere Zeit aussetzen musste.“ Macht aber nichts, denn der „Continental Viertelmarathon“ gilt eh als Wettbewerb für „Erstläufer“.

Der „Routinier“ von beiden ist Schneider. Er startete zum ersten Mal 2010 beim Regensburg Marathon. Heuer ist er zum fünften Mal dabei. Seine Laufschuhe schnürte er auch schon bei Läufen in München, Nürnberg, Berlin, Stuttgart, Hannover und Aachen. Ein „alter Fuchs“ sozusagen.

Genau diese Tatsache hat Thaler zu seinem ersten Wettkampf getrieben. „In der Arbeit hängen so viele Urkunden von Christian an den Wänden. Das war Ansporn genug, es auch selbst mal zu probieren“, sagt Thaler. „Die Selbstläufer“, so ihr Teamname, waren geboren. Anfang des Jahres begannen beide dann auf ihr großes sportliches Ziel hinzuarbeiten.

Während es für Thaler bei seiner Premiere erst Mal nur darum geht, über die Ziellinie zu laufen – als Zeit hat er sich eine Stunde und zehn Minuten vorgenommen – strebt Schneider eine Zeit von „etwas unter zwei Stunden“ an. Denn für ihn ist der Heim-Marathon nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Laufwettbewerben in diesem Jahr. „Im Juni bin ich wieder in München am Start. Im August folgt dann Berlin. Den Abschluss bildet der Halbmarathon im Oktober in Nürnberg“, sagt Schneider. Bei einem dieser Events will dann auch Thaler dabei sein. „Ja, das ist mein Ziel.“ Jetzt mit den richtigen Schuhen sollte das kein Problem mehr sein.