Befürworter des Regensburger Kultur- und Kongresszentrums auf dem Kepler-Areal werben für ein „Nein“

Regensburg – Jetzt kommt also der vierte Bürgerentscheid: Am 14. Oktober, dem Tag der bayerischen Landtagswahlen, entscheiden die Domstädter/innen auch über das geplante Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK). Die RKK-Gegner haben sich schon in Stellung gebracht, die RKK-Befürworter zogen jetzt nach. Sie fordern „Kein Denk- und Planungsverbot für das RKK“.

Von Mario Hahn

Drei Mal wurde der Donaumarkt als Standort abgeschmettert, jetzt ist das Kepler-Areal am Ernst-Reuter-Platz an der Reihe. Dort, zwischen Hauptbahnhof und Maxstraße, soll das RKK seinen endgültigen Bestimmungsort finden. Dieser Standort gefällt aber nicht jedem. Etwa der Bürgerinitiative „Kein RKK auf dem Kepler-Areal“. Die hat genügend Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt und wehrt sich vehement gegen das Großprojekt, das laut einem Gutachten bis zu 78 Millionen Euro kosten könnte. Die vier wesentlichen Gründe der RKK-Gegner finden Sie rechts aufgelistet.

Die Initiative „PRO RKK“ befürwortet ein Regensburger Kultur- und Kongresszentrum am Kepler-Areal, die Gegner wollen dort kein Großprojekt realisiert sehen Foto: Stadt Regensburg/Bilddokumentation

Es gibt aber auch viele Stim-men, die für ein Kultur- und Kongresszentrum auf dem Kepler-Areal plädieren. Denen gibt nun die Initiative „PRO RKK“ unter Federführung des Stadtmarketings eine Stimme. Diese Initiative ist ein Bündnis, das zum einen aus einem breiten Spektrum von Regensburger Bürgern besteht. Aber auch die beiden Hochschulen, Universität und OTH, sind mit dabei. Nicht zuletzt gehören Gastronomen, Hoteliers und Altstadtkaufleute zu den Befürwortern eines RKKs.

Die Initiative „PRO RKK“ fordert „Kein Denk- und Planungsverbot für das RKK“ und wirbt daher für ein „NEIN“ beim anstehenden Bürgerentscheid. „Im Vordergrund steht der Wunsch, dass über das Kepler-Areal weiter nachgedacht werden kann und die Planungen für eine mögliche Neugestaltung des Areals nicht verhindert werden“, betont Michael Quast. Um für die Kampagne „Kein Denk- und Planungsverbot für das RKK“ zu werben, lud der Geschäftsführer vom Stadtmarketing am Dienstag zu einer Pressekonferenz. Namhafte Personen aus Regensburg erklärten dort den anwesenden Journalisten ihre Sicht der Dinge und warum sie für ein RKK am Kepler-Areal sind.

OTH-Vizepräsident Prof. Dr. Ralph Schneider etwa meinte, dass „ausreichend große Kon-gressräume“ in der Stadt fehlen würden. „Der Bedarf ist da. Das Marinaforum reicht nicht aus.“ Stefan Aumüller von der gleichnamigen Druckerei erinnerte an die Universität. „Damals waren auch viele gegen den Bau. Und schaut sie euch jetzt an! Ohne Uni gäbe es auch keine Uniklinik. Wir müssen wieder neue Impulse setzen!“ Und Hoteldirektorin Kathrin Fuchshuber erinnerte an den „im Vorfeld stattgefundenen und mehr als vorbildlichem Bürgerbeteiligungsprozess, an dem sich über 1.500 Bürger und viele Vereine eingebracht haben“. Das Ergebnis: Verbesserung des ÖPNV (u. a. Stadtbahn), Reduzierung des Individualverkehrs, mehr Aufenthaltsqualität und Sicherheit sowie mehr Freiflächen. Zum Abschluss bekräftigte Michael Quast noch einmal: „Die Initiative fordert, dass auch in Zukunft weitere Bürgerbeteiligungen erfolgen, die den Planungsprozess kontinuierlich begleiten, damit konkrete Maßnahmen und Ziele erarbeitet werden können.“

Ein umfassender Prospekt, der an viele Regensburger Haushalte verteilt wird, die Internetseite www.denkenundplanen.de, Social Media-Aktivitäten und Infostände in der Altstadt geben Bürger/innen die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und sich mit den Argumenten der Befürworter zu beschäftigen. Auf www.kein-rkk.de kann man sich über die andere Position informieren.

Übrigens: Sollte der Bürger-entscheid negativ aus Sicht der „PRO RKK“-Kampagne ausgehen, ist das noch lange nicht das Ende für ein RKK in Regensburg. Nur eben auf längere Sicht auf dem Kepler-Areal. Reinhard Kellner von „Kein RKK auf dem Kepler-Areal“ fügt hinzu: „Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein RKK, uns geht es rein um den Standort.“

Bürgerentscheid am 14. Oktober

■ Am Sonntag, 14. Oktober, findet in der Stadt Regensburg ein Bürgerentscheid mit folgender Frage statt:

■ „Sind Sie dafür, dass alle Vorarbeiten und Planungen für ein Kultur- und Kon-gresszentrum (RKK) auf dem Kepler-Areal unverzüg-lich gestoppt werden?“

■ Die Initiative „PRO RKK“ wirbt dafür, auf dem Wahlzettel „Nein“ anzukreuzen.

■ Dementsprechend wirbt die Bürgerinitiative „Kein RKK auf dem Kepler-Areal“, mit „Ja“ zu stimmen.

Vier Gründe der RKK-Gegner

Vier wesentliche Gründe für „Kein RKK auf dem Kepler-Areal“ führen die Verfasser des Bürgerbegehrens an:
Ein Kultur- und Kongresszentrum (RKK) mit einem großen Saal von circa 1.800 Plätzen und einem weiteren mit circa 800 ist aus folgenden Gründen nachteilig für die Stadt:
■ Der Verkehr um das Kepler-Areal ist schon jetzt kaum zu bewältigen. Bau und Betrieb eines RKK direkt an der Umweltzone würden Verkehrsaufkommen und Feinstaubbelastung untragbar steigern.
■ Ein RKK würde durch Bau und Unterhalt ein hohes Defizit verursachen. Mittel für drängendere Aufgaben der Stadt, wie Schaffung bezahlbarer Wohnungen, Ausbau und Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs (z. B. Stadtbahn), würden fehlen.
■ Für ein RKK müssten laut Gutachten ca. 100 Bäume gefällt werden, was den bereits dezimierten Grüngürtel noch weiter reduzieren würde.
■ Es gibt mehrere Kultur- und Kongresszentren für beliebige Teilnehmerzahlen in Regensburg. Ein weiteres würde sich negativ auf die Belegung der bestehenden Einrichtungen auswirken oder sie in ihrer Existenz bedrohen.
Quelle: www.kein-rkk.de

Stadtmarketing Regensburg lädt zu „Kultur | Kongress | Konzert – Wie Veranstaltungszentren Städte bereichern“

Regensburg – Auch eine interessante Veranstaltung des Stadtmarketing Regensburg im Marinaforum Regensburg am kommenden Dienstag, den 18. September, um 17 Uhr ist ein Baustein der Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen: „Kultur | Kongress | Konzert – Wie Veranstaltungszentren Städte bereichern“. Hier werden Beispiele aus Freiburg, Lübeck und Reutlingen präsentiert, die die enormen Potentiale von Veranstaltungszentren zeigen. Die drei Städte wurden nicht zufällig gewählt. Auch dort gab es Bedenken und Widerstände, letztendlich schreiben die Stadthallen heute Erfolgsgeschichten. Der Eintritt ist frei.