Der Star abseits des Fußball-Platzes

Betreuer Reinhold Reisinger kümmert sich um die Trikots, Schuhe und die Verpflegung der Jahn-Profis

Regensburg – Spieler, Trainerteam und eventuell noch das Management. Fertig ist ein Fußball-Team. Von wegen! Es sind auch die guten Geister im Hintergrund, die einen Verein mit am Leben halten. So zum Beispiel Reinhold Reisinger, Betreuer des SSV Jahn Regensburg. Er kümmert sich um alles, was sich in und um die Mannschaftskabine abspielt.

Von Matthias Dettenhofer

Ohne ihn geht nichts bei der Jahnelf. Trikots waschen, Trikots herrichten, Bus be- und entladen, Verpflegung in der Halbzeitpause herrichten und auch mal Kummerkasten für die Spieler sein. Reinhold Reisinger ist die gute Seele im Hintergrund beim Fußball-Zweitligisten. Der 57-Jährige ist Betreuer und damit so nah dran am Team, wie vermutlich sonst niemand. „Ich bin immer für die Spieler und den Verein da“, erklärt Reisinger.
Dabei ist er zu seinem Job eher zufällig gekommen. Im Jahr 2012, der Jahn war gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegen, erfuhr er von der freien Position und stellte sich bei den Verantwortlichen vor. „Erstmal wurde ich gefragt, ob ich ein paar Spieler kenne.“ Nachreiner, Laurito, Hein… „Dabei wollte ich doch gar nicht als Trainer arbeiten“, lacht Reisinger. Musste er auch nicht, denn seit diesem Tag ist er zum Betreuer der Rothosen.
So manchen Spieler samt seiner Marotten hat er seitdem kommen und gehen gesehen. „Das waren durchweg alles feine Kerle. Ich freue mich wenn ich sie, wie Aias Aosman oder Patrick Wiegers in Dresden, immer wieder treffe.“ Mit den Eigenheiten der Spieler hat er sich längst arrangiert und kann darüber schmunzeln. „Wenn einer nicht seine eigene Unterwäsche, egal wie oft sie geflickt wurde, oder nicht seine persönlichen Schienbeinschoner hat, dann kann das die Konzentration schon stören. Das muss immer passen, aber dafür bin ich ja da.“ Trainer Achim Beierlorzer weiß deshalb genau was er an Reisinger hat: „Reinhold macht das klasse.“

Ein Typ zum Herzen! Betreuer Reinhold Reisinger freut sich zusammen mit den Spielern über die Erfolge in der laufenden Spielzeit
Foto: Maschauer

Die Anspannung ist an Spieltagen natürlich auch bei Reinhold Reisinger am größten. Gerade wenn der Jahn auswärts ran muss. „Ich bin beim Beladen des Busses immer dabei. Trikots, Schuhe, Pausenverpflegung. Einfach alles. Wenn ich da nicht selbst ein Auge darauf habe, ist die Fahrt zum Auswärtsspiel für mich schon gelaufen“, lacht Reisinger. „Erst wenn die Spieler zum Aufwärmen auf dem Rasen stehen bin ich zufrieden.“ Von den Partien seiner Jungs sieht er indes eher wenig. Schließlich muss die Halbzeit vorbereitet werden. Getränke, Bananen und Energie-Riegel müssen griffbereit sein. Die Spieler zahlen es mit Leistung und Siegen zurück. Und wenn einmal einer mit seiner Situation unzufrieden ist, dann hat er auch dafür ein offenes Ohr. „Ich versuche sie aufzubauen und sage immer, dass ihre Chance kommen wird.“
Sechs bis zehn Stunden widmet er sich seinem Jahn täglich. Seine Frau hat Verständnis dafür. „Wenn man sich nicht so oft sieht, dann hält die Ehe ewig“, verrät er mit einem breiten Grinsen.
Den größten Erfolg des Vereins hat er auch abseits des Rasens in den Katakomben der Allianz Arena miterlebt. Vor lauter Nervosität konnte er sich das Relegationsspiel gegen den TSV 1860 München nicht anschauen. Macht aber nichts, ging ja gut aus für den Jahn.