Verträge oft befristet

Regensburg – Zwei Wochen Ferien durften Bayern Schülerinnen und Schüler bereits genießen ~ für angestellte Lehrkräfte aber war das Schuljahresende mit dem Gang zur Arbeitsagentur verbunden. Sie werden Jahr für Jahr vom Freistaat im August in die Arbeitslosigkeit geschickt. Ein Zustand, der für die SPD-Bildungspolitikerin Margit Wild nicht haltbar ist: „Der Freistaat weiß genau, dass er alle verfügbaren Lehrkräfte auch im kommenden Schuljahr dringend benötigt. Es ist unredlich und falsch, die angestellten Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit zu schicken“.

Bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag forderten Margit Wild und die Regensburger GEW-Vorsitzende Anna Forstner, dass der Freistaat Bayern diese Praxis endlich beenden solle. Die SPD-Abgeordnete Dr. Simone Strohmayr hat dazu auch eine Petition gestartet.

Wild verwies darauf, dass zum Beispiel an Grund- und Mittelschulen die Zahl der befristeten Verträge von 2012 auf 2016 um knapp 50 Prozent auf 1.480 angestiegen ist. An Realschulen gab es sogar eine Steigerung um 69 Prozent auf 1.332. Insgesamt waren laut Kultusministerium im Jahr 2016 über 7.000 Lehrkräfte nur befristet angestellt.

Die Abgeordnete argumentierte: Lehrer werden angesichts steigender Geburtenrate und Zuzug nach Bayern dringend gebraucht. Dies besonders, weil die Zahl der Lehramtsstudenten sinkt. Ein Blick an die Schulen zeigt: Die Klassen sind zu groß, der Unterrichtsausfall ist eklatant hoch. „Sollen wir unsere Bildungseinrichtungen stilllegen wegen Lehrermangels? Wir brauchen unsere Lehrerinnen und Lehrer! Wenn ein Unternehmen so arbeiten würde, dann müsste es die Produktion einstellen“, so Wild.