Diese Menschen bringen den Landkreis vorwärts

Landrätin Tanja Schweiger würdigte herausragendes ehrenamtliches Engagement

Regensburg (RL). Einen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und sieben Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten konnte Landrätin Tanja Schweiger an acht Landkreisbürger verleihen. Diese Ehrenzeichen sowie der Verdienstorden sind Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die geleistete Arbeit und das ehrenamtliche Engagement dieser acht Männer und Frauen.

Die Geehrten stammen aus den Gemeinden Wörth an der Donau, Sinzing, Neutraubling, Laaber, Pfatter und Altenthann. An der Feierstunde im großen Sitzungssaal des Landratsamtes nahmen auch die Bürgermeister der Heimatgemeinden der Geehrten teil; und zwar Harald Herrmann (Altenthann), Hans Schmid (Laaber), Heinz Kiechle (Neutraubling), Jürgen Koch (Pfatter), Patrick Grossmann (Sinzing) sowie Anton Rothfischer (Wörth a.d.Do.).

Ohne bürgerschaftliches Engagement, sagte Landrätin Tanja Schweiger, könne eine Gesellschaft nicht gelingen. Nicht allein, dass diese Menschen eine große Vorbildfunktion für alle anderen, vor allem jedoch für die nachwachsenden Generationen darstellten, leisteten sie Dienst am Nächsten und brächten die Gemeinden mit Ideen und Engagement voran. „Menschen wie Sie bringen uns in der Gesellschaft vorwärts. Sie schaffen uns ein lebenswertes Umfeld. Die hohe Attraktivität des Landkreises ist auch das Ergebnis Ihres Engagements. Sie sind es, die unseren Landkreis so lebenswert machen. Dafür möchte ich Ihnen ein herzliches ‚Vergelt`s Gott’ sagen“, sagte die Landrätin.

Mit der Bundesverdienstmedaille wurde Friedrich Jörgl (Wörth an der Donau) ausgezeichnet; das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten erhielten Irene-Anna Brix (Sinzing), Manfred Kerl (Neutraubling), Ingrid Müßig (Regensburg/Laaber), Karl Scheuerer (Pfatter), Hildegard Schindler (Wörth an der Donau), Herbert Schötz (Wörth an der Donau) und Anna Magdalena Seidl (Altenthann).

In den von der Landrätin vorgetragenen Laudationes wurde deutlich, in wie vielen Bereichen des Lebens die ehrenamtlichen Dienste dieser Menschen wirken und welch hoher persönliche Einsatz von den Ehrenamtlichen jeweils erbracht wurde.

Landrätin Tanja Schweiger (ganz rechts, stehend) zeichnete acht Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden beziehungsweise mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten aus, erste Reihe sitzend, von rechts. Manfred Kerl, Friedrich Jörgl, Irene-Anna Brix, Hildegard Schindler, Karl Scheuerer, Ingrid Müßig, Anna-Magdalena Seidl und Herbert Schötz.
Foto: LRA/Lukesch

Hier Auszüge aus den jeweiligen Laudationes:

Bundesverdienstmedaille Friedrich Jörgl, Wörth a.d.Donau
Friedrich Jörgl ist seit November 2002 bis heute Ortsheimatpfleger der Stadt Wörth a.d.Do.. In dieser Zeit hat er drei Buchbände verfasst. Jörgl hat in der Zeitschrift ‚Die Oberpfalz’ zahlreiche Beiträge über unsere Heimat veröffentlicht. Ebenso hat er viele Vereinschroniken sowie zur ‚200 Jahr-Feier Hofapotheke Wörth’ eine Jubiläums-Chronik erstellt.
Friedrich Jörgl verbrachte dafür unzählige Stunden mit Nachforschungen nach alten Begebenheiten, führte Gespräche mit Zeitzeugen, las in alten Schriften, sortierte und ordnete diese, damit die Geschichte der Stadt Wörth a.d.Do. nicht in Vergessenheit gerät. Auf verschiedenen Seminaren hat er sich mit den Themen Landesgeschichte, Kultur und Brauchtum, Vereins- und Familienchroniken sowie der Pressearbeit auseinandergesetzt und sich die Grundlagen zur öffentlichen Darstellung der Geschichte erarbeitet. Durch seine regelmäßigen Besuche in den Staatsarchiven konnte er zur Geschichte der Stadt Wörth viele neue Erkenntnisse gewinnen.
Friedrich Jörgl war federführend beim Aufbau des Pfarrarchivs Wörth a.d.Do. – die ersten Nachweise stammen aus dem 15. Jahrhundert. Für das Pfarrarchiv hat er – zusammen mit der Pfarrei – sehr viel Matrikel angeschafft, um bei Anfragen auch Familienforschung betreiben zu können. Seit 14 Jahren leitet Jörgl nun bereits das Pfarrarchiv, für das er auch eine Benutzerordnung erarbeitet hat.
Das Gemeindearchiv, das zurück bis zum Jahr 1730 reicht, wurde von ihm geordnet und beschriftet. Jörgl ist er stets bemüht in Wörth neue geeignete Archivräume zu schaffen.
Friedrich Jörgl führt Schlossführungen (rund 800 Personen jährlich) und Stadtführungen in Wörth durch – auch Bach- und Kellerführungen stehen in kleineren Rahmen auf dem Programm. Mit dem historischen Arbeitskreis bildete er Kirchenführer aus. Jährlich zeichnet er sich zudem verantwortlich, damit die Stadt mit ihren Ortsteilen am Tag des offenen Denkmals mit einem ausführlichen Programm zahlreiche Besucher anlockt.
Von 1963 bis 2004 engagierte er sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr Geisling und Wörth a.d.Do..
Außerdem spielte Fritz Jörgl von 1975 bis 2005 Ventilposaune und Tenorhorn bei der Musikkapelle ‚Musikfreunde Wörth’. Davon war er 30 Jahre lang Kassier.
Von 1997 bis 2008 war er Obmann der Marianischen Männercongregation Wörth.
Seit zehn Jahren leistet er Besuchsdienste des Krankenhausfördervereins Wörth a.d.Do. und ist seit 2003 Mitglied des Krankenhausfördervereins.

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten Irene-Anna Brix, Sinzing
Irene-Anna Brix ist seit dem Jahr 2000 in der Vorstandschaft des Katholischen Frauenbundes Sinzing aktiv. Von 2000 bis 2005 war sie stellvertretende Vorsitzende und ist seit September 2005 Ansprechpartnerin des Vorsitzenden-Teams. Irene-Anna Brix gehört zur vierköpfigen Führungscrew und moderiert die Jahreshauptversammlungen des Frauenbundes, wo sie stets verkünden kann, dass fast jede Woche eine Veranstaltung stattfindet. Jährlich werden zudem Spendengelder für caritative Zwecke gesammelt. Irene-Anna Brix ist als erste Ansprechpartnerin des Frauenbundes in allen Bereiche eingebunden und hilft, wo sie nur kann. Der Frauenbund Sinzing umfasst derzeit rund 150 Mitglieder. Neben ihrer Tätigkeit im Frauenbund ist sie seit 2001 Mitglied in der Kirchenverwaltung der Pfarrei Sinzing. Außerdem ist Irene-Anna Brix Gründungsmitglied des Fördervereins der Sozialstation und seit Juli 2009 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Ambulante Kranken- und Altenpflegestation der Pfarreien Eilsbrunn, Sinzing und Viehhausen.

Manfred Kerl, Neutraubling
Manfred Kerl war über 20 Jahre lang  Vorsitzender des Kleingartenvereins Neutraubling. Er war immer für die Sorgen und Probleme aller Vereinsmitglieder da und hat sich stets für ihre Belange eingesetzt. Die Auflösung der alten Gartenanlage am Friedhofweg und die Schaffung und Planung der neuen Anlage in der Haidauer Straße hat er fast allein gestemmt, obwohl er damals noch berufstätig war. Die Schaffung der neuen ‚Grünen Lunge’ kommt Neutraubling im besonderen Maße zu gute. Die Integration vieler Mitglieder mit Migrationshintergrund lag ihm sehr am Herzen. Neuanträge wurden vom ihm stets sehr schnell und unbürokratisch bearbeitet. Jeder Gartenbesitzer kann seinen Garten nach eigenem Wunsch und nach den Richtlinien des Bundeskleingartengesetzes gestalten und bewirtschaften. Ob Kleingartenfest oder Vereinsausflug, Manfred Kerl war bei allem mit vollem Herzen dabei.

Ingrid Müßig, Regensburg, für ihre Verdienste im Markt Laaber
Ingrid Müßig war eine der Initiatoren des Frauenbundes Waldetzenberg. Im September 1977 wählte sie die Gründungsversammlung zur Vorsitzenden. Dieses Amt hatte sie vier Jahre inne und musste auf Grund eines Umzugs ihr Engagement erstmals beenden. Nach ihrer Rückkehr übernahm sie nochmal das Amt der Vorsitzenden, danach war sie Kassiererin des Zweigvereins sowie Kassenprüferin im Ortsverband.
Gleichzeitig war sie Delegierte des Ortsvereins des katholischen Frauenbundes, engagierte sich als Vorsitzende der Medienkommission des Diözesanverbandes Regensburg und als Schatzmeisterin beim Landesverband Bayern des Frauenbundes.
Ingrid Müßig war zudem federführend bei der Unterschriftensammlung für die Entstehung des Kindergartens Waldetzenberg, wo sie lange Zeit als Lesepatin tätig war.
Auch beim Seniorenclub Waldetzenberg war Ingrid Müßig sehr engagiert. So besuchte sie regelmäßig die Bewohnerinnen und Bewohner im Seniorenheim St. Hedwig in Beratzhausen.
2012 gründete sie mit ihrer Tochter den Selbsthilfeverein ‚Ich bin Nachbar’.
Mit 71 Jahren trat Ingrid Müßig das Amt der Seniorenbeauftragten an, das sie bis Ende 2016 ausführte. So stand sie für regelmäßige Sprechstunden als Ansprechpartnerin zur Verfügung, organisierte Vorträge, initiierte die Aktionswoche ‚Gemeinsam alt werden in Laaber’ und hat gemeinsam mit Steffi Goss einen Seniorenwegweiser erstellt. 2014 gründete sie den Seniorenbeirat, um die Seniorenarbeit besser zu vernetzen.

Karl Scheuerer, Pfatter
Im 01. Januar 1964 trat Karl Scheuerer der Bayerischen Rot Kreuz Bereitschaft Pfatter-Schönach bei. Er absolvierte den Erste-Hilfe-Kurs und zwei Jahre später mit Erfolg den Sanitätskurs. Krankentransporte und Rettungsdienste wurden regelmäßig in Regensburg von ihm besetzt. Seit über 50 Jahren beteiligt er sich zudem bei der Früh-und Herbstsammlung des Roten Kreuzes. Das Amt des Kassiers, das er sehr verantwortungsbewusst ausübt, hat er seit 25 Jahren inne. Beim Hochwasser 1991, von dem auch die Gemeinde Pfatter betroffen war, war Karl Scheuerer jeden Tag im Einsatz, um die Bürgerinnen und Bürger vor größeren Schäden zu bewahren. Bei Sanitätsdiensten an Fahnenweihen und Fronleichnam, am Sportplatz, in den 80er Jahren bei den Grasbahnrennen war Karl Scheuerer immer dabei. Bei Blutspendediensten in Pfatter hat er noch nie gefehlt.
Beim Motorsportclub (MSC) Pfatter war er von 1963 bis 1970 Schriftführer und anschließend bis 2016 Schatzmeister. Diese Funktionen übte er stets mit sehr hohem persönlichen Einsatz zum Wohle des MSC aus. Vor allem als Schatzmeister wurde er für seine Zuverlässigkeit und seine Korrektheit geschätzt. Sportanlagen wie Tennisplätze, Stockbahnen und Vereinshäuser wurden gebaut. Der Verein boomte, die Mitgliederzahlen stiegen. Ebenso natürlich auch die Anzahl der Belege und Buchungen für den Schatzmeister. Nicht zu vergessen ist sein Einsatz bei den MSC Wiesenfesten. Karl Scheuerer organisiert auch seit über 15 Jahren den jährlichen Vereinsausflug über den 3. Oktober. Dass dieser bei den Mitgliedern ankommt, zeigt die immer gefüllte Warteliste für den nächsten Ausflug.

Hildegard Schindler, Wörth a.d.Do.
Hildegard Schindler hat im Jahr 2002 in der Pfarrei St. Petrus die Kinderbetreuung ins Leben gerufen. Jeweils am Freitag können Eltern ihre Kinder ins Pfarrheim bringen, um zum Beispiel Einkäufe oder Arztbesuche erledigen zu können. Die Kinder werden in dieser Zeit von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreut.
Im Jahr 2002 hat sie einen Familienkreis gegründet, bei dem sie Vorsitzende war.
Seit 2008 ist Hildegard Schindler als Vorsitzende des KAB-Ortsverbandes Wörth a.d.Do. engagiert und greift mit dem ansprechenden Jahresprogramm immer wieder auch aktuelle Themen auf. Die Idee, Organisation und Durchführung der alljährlichen Kleiderbörse liegt in ihren Händen, ebenso die Mitwirkung der KAB am alljährlichen Arbeitnehmer-Gottesdienst. Sie hat die Zusammenarbeit mit der KLJB Wörth a.d.Do. forciert und organisiert gemeinsame Veranstaltungen wie Spielplatzfeste für Jung und Alt. Das jährliche Maibaumaufstellen unterstützt sie durch die Mithilfe bei der Essenstheke. Ihre neueste Idee ist das ‚Erzählcafé im Pfarrheim’.
2008 wurde Hildegard Schindler durch Stadtratsbeschluss in den Stiftungsrat der Pfarrer-Freimuth-Stiftung berufen, dem sie seither angehört.
Hildegard Schindler ist auch aktives Mitglied im ‚Netzwerk Asyl’.
 
Herbert Schötz, Wörth a.d.Do.
Herbert Schötz hat sich in vielerlei Hinsicht für die Stadt Wörth a.d.Do. über Jahre hinweg ehrenamtlich engagiert. Beim Badbauverein war er Gründungsmitglied, Schriftführer und hat den Bausteinkauf organisiert.
Von 1973 bis 1992 war er Vorstand beim Verkehrsverein und organisierte Heimatabende sowie die Eröffnung des Trimm-Dich-Pfades.
Er ist Gründungsmitglied der Musikschule Wörth a.d.Do und von Beginn an, seit 16 Jahren, Schriftführer.
Herbert Schötz ist Mitglied und Beisitzer des Fördervereins des Krankhauses Wörth a.d.Do.
Seit 1973 ist er bei der Kolpingsfamilie Wörth a.d.Do.. Hier war er von 1981 bis 1990 stellvertretender Vorsitzender und von 1991 bis 2009 Vorsitzender. In dieser Zeit stiegen die Mitgliederzahlen aufgrund intensiver persönlicher Werbung von 87 auf 128. Seit 2008 ist er Ehrenmitglied und erhielt die diözesane Ehrennadel für seine Verdienste. Besonders lag ihm die Brasilienhilfe des Kolpingwerkes am Herzen. Auch bei den Hilfsaktionen Mitte der 90er Jahre nach Kroatien zeigte er großes Engagement.
Bei der Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern in Wörth, die ebenfalls Mitte der 90er Jahre kamen, war Herbert Schötz ehrenamtlich aktiv.
Seit 2014 ist er Vorsitzender des Fördervereins der Mittelschule Wörth und Grundschule Wörth-Wiesent. Neben der direkten Förderung der Schulkinder hat sich der Verein das Ziel gesetzt, die Sportausstattung der neuen Turnhalle über Spenden zu finanzieren.
Seit rund 20 Jahren holt Herbert Schötz einmal monatlich Ware für den Eine-Welt-Laden seiner Frau in Langquaid ab und unterstützt sie im Laden, den sie auch ehrenamtlich führt. Seit 2008 ist Herbert Schötz Kreisrat und Mitglied des Krankenhausausschusses. Außerdem war er von 2003 bis 2013 Bezirksrat und von 2008 bis 2013 Fraktionsvorsitzender der CSU Fraktion im Bezirkstag. Fast 39 Jahre war er Geschäftsleiter der Stadt Wörth a.d.Do.

Anna-Magdalena Seidl, Altenthann
Anna-Magdalena Seidl ist seit 1989 Leiterin des Freundeskreises des Heimatmuseums Altenthann. Sie hat dabei zahlreiche Sonderausstellungen organisiert, für die sie viel in staatlichen und privaten Archiven und Bibliotheken recherchiert hat. Zu diesen Ausstellungen hat sie in mühevoller Arbeit Plakate, Flyer und Begleithefte erstellt. Anna-Magdalena Seidl möchte dabei insbesondere Kindern die Geschichte ihrer Heimat näher bringen. Sie bietet dazu Schulführungen im Heimatmuseum an und hat einen Workshop für Schulklassen zum Thema Strom/Elektrifizierung im Vorwald: ‚Wie das Licht in unsere Stube kam’ organisiert. Außerdem ist Anna-Magdalena Seidl seit 1987 Außenstellenleiterin der VHS Regensburger Land und damit die dienstälteste ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der VHS. Bis 1992 hat sie alles selbst organisiert: Kursleiter gesucht, Kurse organisiert, Teilnehmer gesucht, Gebühren kassiert und Pressearbeit geleistet. Ab 1992 wurde zuerst die Programmplanung über die Geschäftsstelle abgewickelt und schließlich wurde die Verwaltung zentralisiert. Heute sind die Außenstellenleiter ausschließlich das Gesicht der VHS in ihren Gemeinden, Ansprechpartner für Dozenten, Teilnehmer und Gemeinden.