Stadtrat stellt Forderung die Arbeit im Krematorium einzustellen

Regensburg – Über das Regensburger Krematorium wurde schon öfter negativ in den Medien berichtet. Unter anderem sollen dort amputierte Leichenteile illegal entsorgt worden sein. Nun steht es wieder im Fokus. So soll es derzeit eine „erhebliche Belastung für die Mitarbeiter und Besucher des Krematoriums, aber auch für die nähere Umgebung“ geben, verursacht von „giftigen Gasen, die von den veralteten Rauchgasanlagen nach draußen dringen.“ So hat es Stadtrat Christian Janele in einem Brief an die Stadt formuliert und wegen Gesundheits- und Umweltgefahren die „sofortige Stilllegung des Krematoriums“ gefordert.

„Als Stadtrat muss ich dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger gesund leben können“, so der CSB-Politiker. Den neuen Vorwurf hat die „Rundschau“ aufgedeckt. Sie machte öffentlich, dass in einem Raum, aus dem die Frischluftzufuhr für die Trauerhalle kommt, mehrere Säcke mit ausrangierten Filterschläuchen eingelagert waren. „Wie die Stadtverwaltung laut Presse bestätigt hat, sind die Schläuche nicht im vorgeschriebenen Zeitraum entsorgt worden. Während im Rathaus eine Lagerzeit von einem Monat angegeben wird, spricht ein Mitarbeiter von mehr als sechs Jahren, in denen diese alten Filterschläuche im Krematorium gelagert waren. Eine eidesstattliche Versicherung dieses Mitarbeiters zu seinen Angaben liegt mir vor“, so Janele.

Auch sollen seit Jahren Richtlinien überschritten worden sein. „Es ist nicht hinzunehmen, dass die Stadt seit Jahren die gravierenden Missstände im Krematorium vertuscht und die Vorkommnisse gegenüber uns Stadträten verharmlost, bestenfalls in Bruchstücken informiert“, so Janele. Über die „sofortige Stilllegung des Krematoriums Regensburg“ soll wohl noch im Juni entschieden werden.