Auf dem Weg zum Exoten

Regensburg – Weit über einhundert Jahre lang gehörte die Zither zur bayerischen Volksmusik dazu. Doch jetzt ist das Saiten-Instrument vom Aussterben bedroht. Kaum jemand möchte lernen, wie dem Holzklangkörper Töne entlockt werden.

Von Matthias Dettenhofer

Spätestens seit Bully Herbigs Kino-Knaller „Der Schuh des Manitu“ dürfte auch einem jüngeren Publikum die Zither bekannt sein. Der Indianer Abahachi spielte uns den „Dritten Mann“ (wer eine kleine melodische Auffrischung benötigt, der sollte mal auf unserer facebook-Seite vorbeischauen) und die Szene war Kult. Doch für eine Renaissance des Traditions-Instruments hat es leider (noch) nicht gereicht. „Das ist sehr schade, denn die Zither ist ein einzigartiges Instrument“, erklärt Werner Marzahn.

Dem Diplom-Musik-Pädagogen liegt das Saiteninstrument am Herzen. „Ich selbst habe mit elf Jahren begonnen zu spielen.“ Ein gutes Alter. „Für einen vier oder fünf Jährigen macht es noch keinen Sinn. Zwei Jahre später wäre besser.“ Mit sieben also, was jedoch nicht heißt, dass man nicht auch noch später einsteigen kann. „Es hängt vom Fleiß ab. Übung macht den Meister“, lacht Marzahn.

Gedanken die Zither sei ein eingestaubtes Instrument, schiebt der pensionierte Dozent der städtischen Sing- und Musikschule Regensburg einen Riegel vor. „Man ist auf nichts festgelegt. Klar, zur bayerischen Volksmusik gehört die Zither dazu, aber Jazz, Swing und sogar Bach lassen sich bestens wiedergeben.“ Von fetzig bis getragen ist alles möglich. Auch in Kombination mit anderen Instrumenten.
Man sieht Werner Marzahn an, dass er Spaß hat. Genau diese Begeisterung würde er gerne an seine Schüler weitergeben. „Ein guter Lehrer versucht seinen Schülern immer Spaß zu vermitteln.“ Offenbar schafft Marzahn das, denn seit 18 Jahren kommt eine Schülerin sogar einmal im Monat aus schweizerischen Schaffhausen nach Regensburg. Ein Kompliment für den Musiker, aber auch für den Menschen Marzahn.

Und trotzdem sind seine Kapazitäten nicht ausgeschöpft. Wer also Lust bekommen hat sich der Zither zu widmen, der ist bei Werner Marzahn an der richtigen Stelle.