Der Mensch in Bewegung

Regensburg – Auf den ersten Blick lassen sich Tanz und Architektur nicht vereinbaren. Beide bestechen jedoch durch Ästhetik und bringen durch ihre Form die Intention des Tänzers oder des Architekten zum Ausdruck. Bei TARe – Tanz und Architektur Regensburg – bringen 30 Tänzer und Akrobaten in vielfältigen Ausdrucksformen das gesellschaftliche Miteinander in verschiedenen Stilepochen auf die Bühne des Velodroms. Los geht‘s am 16. Juni um 16 und 20 Uhr.

Dynamischer Tanz und statische Architektur finden ihre Gemeinsamkeit in der unterschiedlichen Erzeugung von Räumen. Minimalistisch und abstrakt nähert sich TARe mit Tanzformen aus allen Stilrichtungen, emotionalem Ausdruck und Livemusik von Heinz Grobmeier sowie Kompositionen von Philipp Ortmeier der Bedeutung der Raumgestaltung für unser Zusammenleben an.

Die Verkörperung der Architektur: Der Mensch als Grundmaß für die Architektur und die Architektur als Instrument und Repräsentationsform gesellschaftlicher Herrschaftsstrukturen.

Der erste Teil thematisiert die Sprache der Architektur vom Ursprung der menschlichen Behausung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

In der Antike ist der Mensch das Maß und die Figur zwischen den Säulen der Tempel. In der Gotik wird die Architektur zum Machtinstrument des Adels und der Kirche. Die Renaissance wiederum macht den Menschen zum Mittelpunkt aller Perspektiven. Die Baukunst des Barock schafft pompöse Fassaden für die absolutistischen Machtspiele dieser Epoche. Historische Architektur wird in eine moderne Choreografie, eine moderne Sprache übersetzt. Die Epochenmerkmale werden abstrahiert und im Tanz mit Emotion aufgeladen.

Der zweite Teil widmet sich der modernen Architektur. Sie wird schneller, chaotischer und dynamischer, verzichtet auf repräsentative Details. Industriell gefertigte Baustoffe, kubistische Elemente. Schmuckloser Verputz und Lichtfülle prägen die Optik der Bauwerke.

Die Zerstörung der Bauwerke während der Kriege setzt eine Zäsur in der Architekturgeschichte. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgt ein schneller und brachialer Aufbau bis in die 70er-Jahre. Geld wird zur Ersatzreligion, das Handwerk durch Masenbauten abgelöst. Durch die Tänzer entsteht eine neue, natürliche Verbindung von Raum und Mensch. Tickets zu 28 Euro unter www.theater-regensburg.de.