Es ist ein Sonntag g’wesn…

…als Armin Wolf den EVR erstmals begleitete / 1.000 Spiele sind es jetzt

Er ist eine Legende am Mikrofon. Er ist die Sportstimme Ostbayerns. Er kommentiert am Sonntag sein 1.000 (!) Spiel für den EV Regensburg. Sein Name: Armin Wolf! Seit einem Sonntag im Jahr 1988 ist der Charivari-Sportchef bei fast jedem EVR-Auftritt vor Ort. Sei es in der heimischen Donau-Arena oder in fremden Stadien. Armin Wolf gehört zum Eishockey in der Domstadt, wie Puck, Schläger und die treuen Fans.

Von Matthias Dettenhofer

„Tooooooor für den EVR“, auf diesen Ausruf warten die Eishockey-Fans in Regensburg und der Region. Wie viele Treffer Armin Wolf in seiner Zeit als Ostbayerns Eishockey-Stimme kommentiert hat, kann er nicht mehr genau sagen. Es waren einfach zu viele. Dabei war sein Start alles andere als ideal. „Am 23. Oktober 1988 hat der EVR gegen den EA Kempten gespielt… und mit 3:7 verloren. Das war mein erstes Live-Spiel und im übrigen das Debüt von EVR-Legende Tom St. James“, sagt Armin Wolf. Fast 29 Jahre sind seitdem vergangen. „Da hat sich so einiges verändert. Eigentlich alles, außer dem Spiel selbst.“

Wollte zu Armin Wolfs (re.) 1.000 Spiel eigentlich live in der Donau-Arena sein: Deutschlands Jahrhundert-Eishockeyspieler Erich Kühnhackl (li.), darf nun aber seinen Sohn bei den Pittsburgh Penguins in der NHL besuchen Foto: Privat

Es ist aber auch viel passiert, seit er vom damaligen Donauspatz-Sportchef Eberhard Rosenhauer (+) entdeckt wurde. „Ich war Fußball-Trainer beim TV Hemau und wurde selbst zum Thema Fußball interviewt.“ Am Tag darauf war er als freier Mitarbeiter engagiert. Der Rest ist Geschichte. Zwei Pleiten, inklusive zwei Zwangsabstiegen, musste Wolf mit seinem Herzensverein EV Regensburg miterleben. „Besonders die Pleite in der Saison 91/92 hat mir wehgetan. Wir hatten eine Super-Truppe. Ein Bobby Crawford schießt 72 Tore, die Spieler bekommen kein Geld und fighten trotzdem.“ Zu manchen Spielern hält er seitdem immer noch Kontakt.

Sogar das Stadionheft von sei-nem ersten Spiel gegen Kemp-ten hat er aufgehoben. „Ein bisschen gelitten hat’s zwar, aber des passt scho.“
Foto: privat

In seiner Anfangszeit waren die Telefonzellen vor dem alten Eisstadion an der Nibelungenbrücke sein „Büro“ für die Live-Einblendungen. Entweder in der Drittelpause oder während des Spiels ging es also vors Stadion. „Ich habe halt immer gehofft, dass eine frei ist, damit ich in der Redaktion anrufen konnte.“ Kurios und heute natürlich undenkbar. Für eine Übertragung hat es 25 oder 30 Mark gegeben. „Einmal war eine Telefonzelle kaputt und die andere hat nur Fünfer geschluckt, da war mein Lohn gelich wieder weg“, erinnert sich Armin Wolf mit einem breiten Lachen zurück an diese Zeit.

Pressekarte, Pressetribüne oder Pressesprecher waren zu dieser Zeit Fremdworte im Regensburger Eishockey. „Man hat viel improvisieren müssen, aber das reizt mich.“ Auch heute noch. Als er etwa einmal den kanadischen Mittelstürmer Tracey Katelnikoff für seine Spielweise im Stadionheft kritisiert hat, da stürmte dieser nach dem Spiel auf Wolf zu und macht mit einem angedeuteten Stockstich seinem Unmut Luft. „Da war’s mir schon kurzzeitig anders. Aber der damalige Captain Günther „Daddy“ Eisenhut hat das dann geklärt.“

Ein weiteres Kuriosum war das Aufstiegsspiel in Duisburg. „Eine Stunde vor Spielbeginn habe ich festgestellt, dass die Telefonleitung nach Regensburg nicht steht. Aber die Duisburger haben ein Wählscheibentelefon aufgetrieben und mit Ordnern den Bereich an der Bande für mich frei gehalten, damit ich in Ruhe das Spiel sehen konnte.“

Armin Wolf könnte gut und gerne noch hunderte Anekdoten aus seiner Zeit mit dem EVR erzählen, doch jetzt gilt es sich auf sein Jubiläum am Sonntag vorzubereiten. Und der Spielplan meint es gut. Zu seinem 1.000 Spiel als Kommentator gastiert der EV Landshut ab 18 Uhr in der Donau-Arena.

Also, lieber Armin: „Auf die nächsten 1.000 Spiele!“ Der EVR und seine Fans freuen sich auf viele weitere „ Tooooooore“, von Dir kommentiert.