„Ali Odabas ist eine Option“

Jahn-Trainer Herrlich im Interview / Letzter Test gegen Waldhof Mannheim

Noch sieben Tage, dann rollt der Ball. Zum Glück, denn alle Fußballfans sehnen den Rückrundenstart der 3. Liga herbei. Doch bevor es am 28. Januar bei Hansa Rostock wieder um Punkte geht, muss der SSV Jahn noch seinen letzten Test bestreiten. Der findet am heutigen Samstag, 21. Januar, auf dem Sportgelände am Kaulbachweg statt. Anpfiff gegen den Traditionsclub SV Waldhof Mannheim ist um 14 Uhr. Zuvor stand Jahn-Trainer Heiko Herrlich noch Rede und Antwort.

Von Mario Hahn

BLIZZ: Heiko Herrlich, Sie sind noch in der Vorbereitung. Bei wie viel Prozent steht die Mannschaft?

Jahn-Trainer Heiko Herrlich

Heiko Herrlich: In Prozent lässt sich das immer schwer ausdrücken, aber die Mannschaft macht auf jeden Fall einen guten Eindruck. Wir haben die Spieler in den vergangenen beiden Tests größtenteils durchspielen lassen und nur wenig gewechselt. Dabei konnten die Jungs 90 Minuten marschieren. Es zeigt sich, dass alle auch in der freien Zeit fleißig waren und fit zum Training gekommen sind.

 

Sind wieder alle fit und nehmen am Training teil?

Nach wie vor fehlen die Langzeitverletzten Markus Palionis und Patrik Dzalto. Marcel Hofrath hat sich leider einen Muskelfaserriss zugezogen. Kolja Pusch macht nach seinen Sprunggelenksproblemen wieder teilweise mit, wir gehen das aber mit viel Vorsicht an, um zu verhindern, dass die Verletzung wieder aufbricht. Alle anderen sind fit und ich hoffe das bleibt auch so. (lacht)

 

Wie bewerten Sie die bisherigen Testspiele?

Wir haben jetzt drei Spiele hinter uns, haben zwei gewonnen (8:2 gegen Nürnberg II und 4:2 gegen Budweis), hätten aber auch gegen Liefering (1:1) gewinnen können oder müssen. Deshalb bin ich mit den Ergebnissen nicht ganz zufrieden, mit den Leistungen aber durchaus. Die Mannschaft hat sich gut präsentiert. Das ist auch wichtig, denn am kommenden Samstag geht es wieder um Punkte.

 

Welche Erkenntnisse konnten Sie gewinnen?

Wichtig ist, dass die Spieler, die vor der Winterpause hintendran waren, zeigen, dass sie da sind und dass sie bereit sind reinzukommen. Das ist absolut der Fall. Gegen Liefering habe ich dagegen fast die identische Elf spielen lassen mit der wir gegen Münster gewonnen haben. Auch in diesem Spiel haben wir eine sehr gute Leistung gebracht. Wir haben also an Breite dazu gewonnen und Alternativen. Das ist wichtig.

 

Konnte sich jemand in den Vordergrund spielen?

Ich müsste da ehrlich gesagt einige aufzählen, möchte aber darauf verzichten, einzelne herauszuheben.

 

Ali Odabas fiel positiv auf. Ist er eine Option für die Innenverteidigung?

Ja, Ali ist wieder fit und damit auch eine Option. Fest steht aber auch, dass wir nach seiner schweren Verletzung behutsam mit ihm umgehen werden.

 

Wer müsste für Ali weichen? Oder wechselt Knoll ins defensive Mittelfeld?

Es gibt viele Alternativen, die denkbar sind. Natürlich könnte Marvin auch im Mittelfeld spielen. Gleichzeitig hat er es als Innenverteidiger hervorragend gemacht und Geipl, Lais und Saller funktionieren als Sechser sehr gut. Bene musste ich vor der Winterpause nach einem überragenden Spiel in Chemnitz mit Bauchschmerzen gegen Münster auf die Bank setzen. Ich freue mich aber ehrlich gesagt, wenn ich solche Luxusprobleme habe.

Gegen Nürnberg II siegte der Jahn 8:2

Es wurde bisher niemand verpflichtet. Wird sich hier noch was ändern?

Nein, es bleibt dabei. Wir haben ja eben schon besprochen, dass es bereits jetzt Härtefälle gibt. Da macht es auch wenig Sinn, noch wen zu verpflichten.

 

Das Rostock-Spiel ist ein Geisterspiel, ohne Zuschauer. Wie sehen Sie das?

Das ist meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Vorteil für uns, weil unsere Spieler eigentlich vor einer Kulisse wie in Chemnitz oder Osnabrück gezeigt haben, dass sie das eher anspornt als hemmt. Wir hatten bisher vor allem Probleme bei Spielen wie in Mainz oder Bremen, wo nur wenig Atmosphäre herrschte. Ich finde es außerdem schade, dass unsere Fans durch das Urteil des DFB mitbestraft wurden. Sie fiebern wie wir auf den Rückrundenstart hin und wir hätten uns über ihre Unterstützung gefreut.

 

Die Liga ist ausgeglichen. Nach oben und nach unten ist noch alles möglich. Ja, ich weiß, das Saisonziel lautet Nichtabstieg. Aber Träumen wird doch wohl erlaubt sein, oder?

Ich bin da Realist, träumen kann, wer will. Ich weiß auch wo wir herkommen, das darf man nicht vergessen. Und wir haben auch gesehen, dass die Mannschaft in der Hinrunde noch Schwankungen unterlegen war. Unser Zielt bleibt ganz klar: 45 Punkte.

 

Heiko Herrlich, vielen Dank für das Gespräch