„Kollektiv ist unsere größte Waffe“

Die erste Länderspielpause ist vorbei. Knapp zwei Wochen hatte der Jahn Zeit, sich auf die nächste schwere Aufgabe am Freitagabend in Heidenheim vorzubereiten (das Spiel war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet; Anm.d.Red.). Nach den ersten Partien in der 2. Bundesliga musste der SSV etwas Lehrgeld bezahlen, kann aber auf die gezeigten Leistungen durchaus stolz sein. Verstecken muss sich die Jahn-Elf bisher nicht, wie auch Sportchef Christian Keller im Interview zu Verstehen gibt.

Von Mario Hahn

Blizz: Herr Christian Keller, wie beurteilen Sie den Saisonstart des SSV Jahn?

Keller: Wir haben in den bisherigen fünf Pflichtspielen, also inklusive des Pokalspiels gegen Darmstadt 98, viermal ordentliche und phasenweise sogar sehr gute Leistungen abgeliefert. Zweimal davon sind wir als Sieger vom Platz gegangen. Im letzten Spiel gegen Kiel hat die Mannschaft eine sehr schwache Leistung gezeigt. In Summe ist die Punkteausbeute etwas magerer, als es möglich gewesen wäre, aber die Leistungen waren wie gesagt größtenteils in Ordnung.

Haben Sie sich die 2. Bundesliga genauso vorgestellt oder gibt es etwas, dass Sie positiv bzw. negativ überrascht hat?

Ich würde nicht sagen, dass mich etwas positiv oder negativ überrascht hat – vielmehr wurden unsere Erwartungen bislang erfüllt. Die ersten Wochen haben gezeigt wie bemerkenswert hoch die Spielintensität in der zweiten Bundesliga ist. Ein maßgeblicher Unterschied zur 3. Liga ist, dass das Spiel viel schneller und körperbetonter ist. Die Spieler stehen dadurch unter einem viel höheren Handlungs- und Entscheidungsdruck.

Der SSV Jahn konnte schon einige Male in dieser Saison jubeln. Wie hier etwa beim 4:2-Erfolg in Ingolstadt. Neuzugang Joshua Mees erzielte damals das 1:0, was gleichbedeutend war mit seinem ersten Saisontor
Foto: Johannes Gatzka/Blizz-Archiv

Wie zufrieden sind Sie mit den Neuzugängen beim Jahn? Sticht einer besonders heraus?

Alle Neuzugänge haben bisher gezeigt, dass sie uns besser machen können. Jetzt liegt es an jedem Einzelnen, im weiteren Saisonverlauf den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu gehen und sein jeweiliges Leistungspotenzial möglichst konstant abzurufen.

Sie wurden auf dem Transfermarkt nicht mehr tätig. Hätten ein oder zwei neue Spieler – um einen breiteren Kader zu haben – dem Jahn nicht doch noch gut zu Gesicht gestanden?

Grundsätzlich beurteile ich die Breite des Kaders als ausreichend. Wir haben 24 Feldspieler und drei Torhüter im Kader der Jahn-Profis. Mit Sebastian Freis konnten wir zuletzt noch einen sehr erfahrenen, gestandenen Spieler hinzugewinnen. Wäre es darüber hinaus möglich gewesen, die Mannschaft durch die Verpflichtung eines weiteren gestandenen Spielers für die Offensive sinnvoll zu ergänzen, dann hätten wir das getan. Grundsätzlich gilt aber, dass ein neuer Spieler a) sportlich, b) menschlich und c) auch finanziell in unser Raster passen muss. Denn unsere größte Waffe kann nur das funktionierende Kollektiv sein.

Stichwort Trainer: Achim Beierlorzer ist ja jetzt schon ein paar Tage beim Jahn – was unterscheidet ihn von Vorgänger Herrlich?

Ich halte es grundsätzlich nicht für angemessen, Trainer miteinander zu vergleichen. Ich würde vielmehr gerne herausstellen, was Achim Beierlorzer auszeichnet. Er ist ein charakterlich integrer, kluger Mensch und ein akribischer Arbeiter. Er hat eine klare Vorstellung vom Fußball, überlässt nichts dem Zufall und kommuniziert viel mit seinen Spielern. Er macht einen sehr guten Job.

Weg vom Sportlichen: Die Jahn- Mitglieder wollen bei der Vereinsversammlung am 25.9.17 einen Beschluss fassen, der die Verantwortlichen auffordert, nicht mehr mit Investor Philipp Schober zusammen zu arbeiten. Was halten Sie davon?

Es ist tatsächlich so, dass die Fans einen entsprechenden Antrag für die Mitgliederversammlung eingebracht haben. Er sieht vor, die Geschäftsführung dazu aufzufordern, die Zusammenarbeit mit Philipp Schober auf das gesetzliche Mindestmaß zu reduzieren und Wege zu prüfen, um sich vom Investor zu trennen. Die Frage ist, wie die Mitgliederversammlung über diesen Antrag entscheiden wird. Diese Entscheidung möchte ich abwarten, bevor ich mich dazu äußere.

5. Tag der Jahnschmiede am Kaulbachweg

Am Sonntag, 10. September, findet ab 10.30 Uhr bei freiem Eintritt der 5. Tag der Jahnschmiede im Sportpark am Kaulbachweg statt. Ein besonderer sportlicher Höhepunkt ist in diesem Jahr das Kleinfeldturnier mit den Partnervereinen der Jahnschmiede. Zudem stehen ein buntes Rahmenprogramm und weitere sportliche Highlights auf dem Programm. Foto: regensburg1889.de.