„Wir brauchen echte Männer auf dem Platz“

Vor dem Spiel bei Holstein Kiel: Jahn-Trainer Achim Beierlorzer warnt trotz des guten Starts vor Träumereien.

Regensburg – Der SSV Jahn Regensburg ist überraschend gut ins Jahr 2018 gestartet. Der Trainer hält den Ball trotzdem flach. Der Nichtabstieg bleibt weiterhin das Ziel. Diesem will man bei Holstein Kiel einen kleinen Schritt näher kommen.

Von Mario Hahn

Ein Punkt beim Club, drei beim unglaublich-emotionalen Derby gegen Ingolstadt – mit vier von möglichen sechs Punkten gegen zwei Topteams der 2. Liga kann der Jahn sehr zufrieden sein.
Von ausufernder Euphorie ist bei Achim Beierlorzer dennoch nichts zu spüren: „Es ist ja nicht so, dass wir Ingolstadt aus dem Stadion getrieben hätten, vielmehr hatten wir auch Glück.“
Aus diesem Grund mahnt der Trainer davor, das ausgegebene Ziel von 40 Punkten – damit sollte man die Liga halten – nicht aus den Augen zu verlieren.
„Noch sind wir nicht gerettet. Alle, die in der Tabelle oben stehen, haben es sich zwar aktuell verdient. Aber wir müssen wissen: In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Aus diesem Grund müssen wir auch jedes Spiel als Endspiel ansehen und dürfen nur von Spiel zu Spiel denken.“
Das nächste ist am Samstag in Kiel. Anstoß im Holstein-Stadion ist um 13 Uhr. Die „Störche“ sind das Überraschungsteam der 2. Liga, rangieren als Aufsteiger aus der 3. Liga derzeit auf einen Aufstiegsplatz. Ein Durchmarsch in die 1. Liga ist für Kiel durchaus im Bereich des Machbaren.
„Kiel hat eine kompakte Mannschaft, die über Jahre gewachsen ist und vom Teamgeist lebt. In der Defensive agieren sie aggressiv, nach vorne sind sie mit tiefen, schnellen Pässen sehr gefährlich“, analysiert Beierlorzer.
Beim Duell der Aufsteiger hat der Trainer die Qual der Wahl, fast alle Spieler sind an Bord. Nur Hein (Aufbautraining) und Nandzik (Gelbsperre) sind außen vor. Hinter Vrenzi steht wegen Knieproblemen ein kleines Fragezeichen.
Enthusiasten, die aufgrund der letzten Erfolge schon vom Aufstieg träumen, erteilte Beierlorzer prompt eine Abfuhr: „Wir träumen nicht, sind realistisch. Das wissen auch meine Spieler. Ich brauche keine Träumer auf dem Platz, sondern echte Männer!“