Bezirkstagspräsident Franz Löffler schafft den Spagat zwischen zwei Ämtern mit Bravour

Franz Löffler ist ein vielbeschäftigter Mann. Er ist Landrat des Landkreises Cham und Präsident des Bezirkstags der Oberpfalz. In dieser ehrenamtlichen Funktion ist er verantwortlich für Soziales und Kultur sowie für die psychiatrische Versorgung in der Oberpfalz. Er wurde 2003 erstmals in den Bezirkstag gewählt, 2008 übernahm er das Amt des Bezirkstagspräsidenten. Seit 2013 absolviert er nun seine zweite Amtsperiode. Den Spaß an seiner Tätigkeit hat Löffler natürlich auch nach neun Jahren nicht verloren.

Von Matthias Dettenhofer

„Wir, als Bezirk Oberpfalz kümmern uns um wichtige, teilweise aber nicht populäre Aufgaben“, erklärt Franz Löffler. Menschen mit Behinderung und Handicap sowie pflegebedürftige und psychisch kranke Menschen sind auf die Hilfe und Unterstützung des Bezirks angewiesen. Integration, Inklusion und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sind in diesem Zusammenhang die drei Schlagwörter. So fallen Wohnheime, Werkstätten und Förderstätten für Menschen mit Behinderung wie auch inklusive Kindertagesstätten und –gärten in Zuständigkeit des Bezirks.

Blizz: Was ist die Herausforderung am Job des Bezirkstagspräsidenten?

Franz Löffler: Es geht sowohl als Bezirkstagspräsident als auch als Landrat darum zuzuhören, um den Problemen der Menschen auf den Grund zu gehen und Lösungen zu finden. Das geschieht in Wechselwirkung mit der Landes- und der Bundespolitik.

Besonders am Herzen liegt dem gebürtigen Waldmünchner der Bereich der Pflege. „Ob zuhause oder stationär. Wir suchen für jeden Menschen eine passgenau Form der Unterstützung.“ Hilfreich war dafür das Pflegestärkungsgesetz, welches auch Demenzkranke höher einstuft. Der Bezirk kümmert sich außerdem um psychisch oder suchtkranke Menschen und bietet ihnen Hilfestellung für ein geregeltes Leben. In diesem Bereich wurde in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht. „Anerkennung. Es geht um Anerkennung. Eine psychische Erkrankung ist für den Betroffenen zum Glück kein Stigmata mehr. Das erleichtert auch unsere Arbeit.“

Blizz: Besitzt der Bezirkstagspräsident Handlungsbefugnis und Entscheidungsgewalt?

Franz Löffler: Als Chef der Bezirksverwaltung bin ich für etwa 250 Mitarbeiter verantwortlich, hinzu kommen rund 3.000 Mitarbeiter in den medizinischen Einrichtungen. Ich treffe mit einem kompetenten Mitarbeiterteam hier Entscheidungen. Darüber hinaus wird vieles in Ausschüssen und im Bezirkstag nach dem Mehrheitsprinzip beschlossen. Dennoch habe ich die Möglichkeit, eilige Angelegenheiten selbst zu regeln, dann muss ich jedoch die zuständigen Gremien im Nachhinein einbinden.

Beim Thema Wirtschaft weiß Franz Löffler um den Standortvorteil der Oberpfalz gegenüber anderen Regionen in Bayern. „Im vergangenen Jahr hatten wir eine phänomenal niedrige Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent. Das ist die beste in ganz Bayern“, freut sich der 55-jährige gelernte Verwaltungsfachwirt. „Oberpfälzer Firmen und Produkte sind weltweit konkurrenzfähig, innovativ und neuen Entwicklungen gegenüber zugewandt. Wichtig dafür sind die wirtschafts- und bildungspolitischen Rahmenbedingungen sowie die geographische Lage zu Tschechien. „Unser östlicher Nachbar ist ein entwicklungsstarker und wertiger Partner.“ Es gelte die akademischen und wirtschaftlichen Bindungen weiter auszubauen.

Blizz: Als Landrat von Cham sind Sie bestimmt schon stark ausgelastet. Wie schwierig ist es beide Ämter unter einen Hut zu bringen?

Franz Löffler: Inhaltlich gibt es kaum Probleme, denn viele Dinge berühren die Aufgaben des Landkreises und des Bezirks. Im übrigen sehe ich vor allem die Vorteile, die diese Konstellation mit sich bringt. Die Synergieeffekte lassen sich aus meiner Arbeit als Landrat sehr gut in die Bezirksarbeit einbringen – und natürlich auch umgekehrt.