Strafen von bis zu drei Jahren Gefängnis drohen

Regensburg – „Was wäre, wenn ich davon betroffen wäre?“ Diese Frage sollten sich laut Polizei und Verkehrswacht alle stellen, wenn sie sich, ohne einen Unfall zu melden, vom Ort des Geschehens verdünnisieren. Dabei warnt die Polizei, dass hohe Strafen drohen und bittet die Mitbürger um Mithilfe, damit solche Szenarien am besten vermieden werden können.

Von Matthias Dettenhofer

Türe aufgerissen, in Gedanken versunken und das nebenan parkende Auto verkratzt. Oder eben mal schnell beim Ausparken mit der Stoßstange den Vordermann touchiert. Keiner hat‘s gesehen, also nichts wie weg. Falsch! „Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt“, erklärt Polizeihauptkommissar (PHK) Johann Schmid von der Polizeiinspektion Nord in Regensburg. „Für das unerlaubte Entfernen von einem Unfallort drohen von Geldstrafe bis hin zu drei Jahren Haft.“

Gerade in der Vorweihnachtszeit sind Parkplätze und Parkhäuser wieder rappelvoll und es wird richtig eng. Da sind kleine Blechschäden fast schon vorprogrammiert. „Eine Delle im Auto ist immer ärgerlich, doch wenn man nicht weiß wer daran Schuld hat, dann ist es umso ärgerlicher“, so Thomas Zink, Geschäftsführer des Donau-Einkaufszentrums. „Wie haben 3.300 Parkplätze und uns besuchen täglich etwa 20.000 Kunden, da ist es in unserem Interesse, dass alles geordnet abläuft.“

Polizei ruft Bürger zur Mithilfe auf Parkplatzrempler anzuzeigen

Sieht man als unbeteiligter einen solchen Parkplatzrempler, sollte man diesen unbedingt darauf aufmerksam machen, dass er angefahren ist. „Viele merken es selbst gar nicht, weil die Musik zu laut ist oder weil man sich im Auto unterhält. Doch wenn er darauf aufmerksam gemacht wird, setzt ihn das unter Zugzwang und er muss den Unfall melden“, weiß Hermann Hirsch, PHK bei der Inspektion Süd.

Zettel am Scheibenwischer reicht nicht aus

Der Mythos ein Zettel am Scheibenwischer des betroffenen anderen Wagens sei ausreichend, den verweist Hirsch ins Reich der Fabel. „Im Falle eines Unfalls muss die Polizei verständigt werden, wenn der Fahrer des anderen Wagens nicht persönlich informiert werden kann. Ist dieser anwesend, dann reicht es die Versicherungsdaten auszutauschen.“ Angst davor haben, dass man bestraft wird, sollte weder Alkohol noch Drogen Schuld am Unfall sein, muss niemand haben. „Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen ist, dann verwarnen wir den Unfallverursacher nur mündlich.“

Zwar liegt die Aufklärungsquote bei einer Unfallflucht bei knapp 50 Prozent, trotzdem ist die Polizei auf Dei Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Also Augen auf und Courage zeigen!