Hier braucht’s mehr als sehr viel Geduld

Wegen Straßenbauarbeiten – Verkehrschaos in der Landshuter Straße von früh bis spät / Der Spuk soll bald vorbei sein

Seit Wochen geißeln Bauarbeiten in der Landshuter Straße den Verkehrsfluss. Jetzt ist auch noch eine Fahrbahn komplett gesperrt. Die Folge: Es stockt und staut sich von früh bis spät. Dabei ist diese Verkehrsader so wichtig für Regensburg, insbesondere für Rettungskräfte. Da die aber mehr schlecht als recht vorwärts kommen, greifen sie zu ungewöhnlichen Mitteln. Die Stadt weist derweil Vorwürfe eines Verkehrschaos zurück. Der Spuk soll zum Glück ab Dienstag vorbei sein. Oder doch nicht?

Von Mario Hahn

Morgens, mittags, abends. Tag für Tag dasselbe Bild im Stadtosten. Im Bereich zwischen der Prinz-Rupprecht-Straße und der Bajuwarenstraße staut es sich. Weil die Landshuter Straße aufgrund von Bauarbeiten stadtauswärts komplett gesperrt ist, stecken Fahrzeuge aller Art im Stau fest. Der Porsche muss genauso geduldig sein wie der VW, die Harley genauso wie die Vespa. Nur schleichend nähert man sich seinem anvisierten Ziel. Ohne Ausnahme – und genau hier liegt das Problem. Auch die vielen Einsatzfahrzeuge der Rettungskräfte – Polizei, Feuerwehr, Notarzt – kommen in diesem Bereich nur schleppend voran. Dabei müssten diese doch schnell an Ort und Stelle sein. Sekunden oder Minuten können dabei über Leben und Tod entscheiden.

Zum besseren Verständnis: Die Landshuter Straße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen in der Domstadt und wird täglich von zigtausenden Fahrzeugen benützt. Sie führt beispielsweise zur ehemaligen Osttangente und auf die Autobahn, in das Gewerbegebiet Bajuwarenstraße (Metro, Bauhaus, Media Markt…), zum Busbahnhof des RVV und in den südöstlichen Landkreis (Neutraubling, Obertraubling, Köfering…). Es ist offensichtlich, dass diese Route, auch ohne Baustelle, schon stark frequentiert ist. Doch aktuell stehen wegen den Straßenbauarbeiten anstelle von vier Fahrspuren – je zwei in jede Richtung – nur noch zwei parat. Da müssen sich auch die Einsatzfahrzeuge der Rettungsdienste durchquälen.

Etwa, wenn sie stadteinwärts zum Caritas-Krankenhaus St. Josef müssen. Das liegt in unmittelbarer Nähe zur Baustelle. Ins St. Josef werden bis zu 30 Notfälle pro Tag transportiert, überwiegend mit dem Rettungswagen. „Bisher“, weiß Sprecherin Barbara Fillenberg, „gab es keine Probleme.“ Wegen der Verkehrssituation könne es aber zu längeren Anfahrtszeiten kommen, die Patienten müssten also mehr Zeit im Rettungswagen verbringen. „Aber auch da werden sie gut versorgt“, sagt Fillenberg. Probleme könnten aber die Patienten haben, die selber mit dem Auto kommen.

„Vollkommen genervt“ und „fassungslos“ ist Armin Mayer. Der Inhaber der Aral-Tankstelle in der Landshuter Straße muss nur aus seinem Fenster blicken, um den Kopf zu schütteln. „Gerade eben war wieder so eine Situation: Ein Notarztwagen kam nicht durch diesen Verkehr. Was passierte? Die Fahrzeuge stadteinwärts wichen auf den Rad- und Fußgängerweg aus. Das kann’s doch nicht sein!“

„Doch, das ist erlaubt“, weiß Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion (PI) Süd. Wenn es schnell gehen müsse, dürften Rettungsdienste auch auf solche unkonventionelle Methoden zurückgreifen. „Natürlich darf von uns dabei keine Gefahr für die Bürger ausgehen.“ Der Polizeihauptmeister lässt aber auch erkennen, dass der Verkehrsfluss in der Landshuter Straße derzeit alles andere als normal sei und man schon mal zu solchen Mitteln greifen müsse.

Diese Situation in der Landshuter Straße dauert noch mindestens bis Dienstag an, bis dahin wird noch gearbeitet, so lange bleibt die Landshuter Straße ein Nadelöhr. Bei einer solchen Baustelle müsse man auch mal einen „Stau in Kauf nehmen“, meint Peter Bächer. Der Chef vom Tiefbauamt erkenne auch „kein Verkehrschaos“. Dabei hätte die Baustelle bereits vor 14 Tagen abgeschlossen sein sollen. Doch beim Verlegen von neuen Leitungen habe es Probleme geben. „Für diese Verzögerung entschuldigen wir uns“, sagt Bächer. Hoffentlich wird es keine neuen Probleme geben…

 

Das wird in der Landshuter Straße gemacht

In der Landshuter Straße, im Bereich zwischen der Prinz-Rupprecht-Straße und der Bajuwarenstraße, werden derzeit stadtauswärts die Entwässerungsrinnen entlang der Fahrbahn ertüchtigt und die Bushaltestelle „Zeißstraße“ barrierefrei umgebaut. Auch die Bushaltestelle ist vorübergehend gesperrt. Bis 17. Oktober wird zum Abschluss der Bauarbeiten der Asphaltbelag auf der Straße erneuert. Dafür müssen die Fahrspuren stadtauswärts gesperrt werden. Der Verkehr wird in dieser Zeit über die Gegenfahrbahn an der Baustelle vorbeigeleitet, so dass dort in beide Fahrtrichtungen nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung steht