Klimafreundliche Fernwärme für Barbing

Ab Frühjahr 2017 baut die REWAG ein Fernwärmenetz, welches das Neubaugebiet in der ‎Gemeinde Barbing mit klimafreundlicher, annähernd CO2-neutraler Wärme versorgt. Dabei nutzt der Energiedienstleister ‎die überschüssige Abwärme aus drei Blockheizkraftwerken (BHKWs) des Klärwerks der ‎Stadt Regensburg. Das Projekt steht auch für die gute Kooperation der Stadt und des ‎Landkreises Regensburg, der Gemeinde Barbing und der REWAG.‎

Zum Startschuss des Projekts trafen sich der REWAG-Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes, ‎die zweite Bürgermeisterin der Stadt Regensburg und REWAG-Aufsichtsratsmitglied Gertrud ‎Maltz-Schwarzfischer, REWAG-Aufsichtsratsmitglied Bürgermeister Jürgen Huber, die ‎Landrätin des Landkreises Regensburg Tanja Schweiger und der Erste Bürgermeister der ‎Gemeinde Barbing Johann Thiel im Klärwerk der Stadt Regensburg am Kreuzhof. ‎

Die überschüssige Wärme aus der BHKW-Anlage des Klärwerks Regensburg soll künftig auf ‎der Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der REWAG für die Fernwärmeversorgung ‎der Gemeinde Barbing sorgen. Dafür baut der Energieversorger eine etwa 1.600 Meter lange ‎Fernwärmeleitung entlang der Straubinger Straße, Frühlingstraße und der Mintrachinger ‎Straße in Barbing bis zu dem neuen Baugebiet Barbing Süd, mit der 250 Einfamilienhäuser ‎versorgt werden können. So stehen der Gemeinde Barbing jährlich etwa1.500 ‎Megawattstunden regional erzeugter Wärme zur ‎Verfügung. Entlang der neuen Fernwärmetrasse werden zudem die kommunalen Gebäude ‎der Gemeinde wie der Kindergarten, das Rathaus oder die Feuerwehr angeschlossen. Der ‎Bau der Fernwärmeleitung erfolgt ab Frühjahr 2017, die erste Wärmelieferung voraussichtlich ‎im Winter 2017/2018. Insgesamt investiert die REWAG dafür rund 1,5 Millionen Euro.‎
Für den REWAG-Vorstandsvorsitzenden Olaf Hermes hat das Projekt Beispielcharakter, ‎nicht nur für die Kooperation zwischen Stadt, Landkreis und der REWAG, sondern auch für ‎eine effiziente Nutzung von Energie: „Wärmelösungen – vorrangig aus dezentraler Erzeugung ‎‎– sind eine Kernkompetenz der REWAG. Mit dem Bau der Fernwärmeleitung kann die ‎Abwärme der BHKWs nicht nur für das Klärwerk, sondern auch für das Neubaugebiet ‎verwendet werden. So schaffen wir einen optimalen Synergieeffekt.“‎
Die zweite Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, ergänzt: ‎‎„Eine regionale Wärmeversorgung auf den Weg zu bringen, die den CO2-Ausstoß wie in diesem Fall deutlich reduziert, ist der richtige Ansatz.“

Drei Blockheizkraftwerke produzieren umweltfreundliche Wärme und Strom

Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der ‎Kraft-Wärme-Kopplung, ‎das heißt: Sie ‎produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch ‎wird der eingesetzte ‎Brennstoff sehr viel ‎effizienter genutzt als bei der getrennten Produktion ‎und es entstehen ‎vergleichsweise ‎weniger klimaschädliche CO2-Emissionen. Grundlage ist ‎meist ein Motor, ‎der einen ‎Generator antreibt und damit Strom erzeugt. Die Abwärme wird ‎zum Heizen ‎genutzt. Das ‎Klärwerk der Stadt Regensburg betreibt drei BHKWs mit einer elektrischen Leistung von ‎insgesamt 1.911 Kilowatt und einer thermischen Leistung von insgesamt 2.175 Kilowatt. Die ‎BHKW-Anlagen werden mit Klärgas betrieben, das aus dem Prozess des Klärwerkes vor Ort ‎gewonnen wird. In den Faulbehältern des Klärwerks wird aus Klärschlamm Methangas ‎produziert. Derzeit laufen die BHKWs rund um die Uhr und speisen die Strommenge in das ‎betriebseigene Netz ein. Die Wärmemenge wird zunächst ebenfalls für den Eigenbedarf ‎verwendet. Es wird jedoch nur rund 50 Prozent der produzierten Wärmemenge genutzt. ‎

Die REWAG baut zudem eine neue Heizkesselanlage, die mit Erdgas betrieben wird. Sie ‎übernimmt bei einem Ausfall der BHKWs die Wärmeversorgung der Faulbehälter, der ‎Gebäude des Klärwerks und des Neubaugebiets. ‎Der Erdgas-Heizkessel dient außerdem dazu, bei Spitzenlasten, also bei einem hohen Verbrauch, bei dem die Wärmemengen der Blockheizkraftwerke nicht mehr ausreicht, den Wärmebedarf zu decken. Trotz des Einsatzes von Erdgas ist insgesamt eine hohe Energieeffizienz und eine sehr ‎gute CO2-Bilanz gegeben, da sich der Erdgaskessel nur bei Spitzenlasten dazu schaltet. Etwa 80 Prozent der Wärmeversorgung erfolgt CO2-neutral.

Fernwärme für Barbing

Die im Heizkraftwerk produzierte Wärme wird künftig als Heizwasser in die Gebäude ‎transportiert. Sie dient zum Betrieb der Heizung und zur Erzeugung von Warmwasser. ‎Fernwärme ist eine ökologische und sehr wirtschaftliche Form der Wärmeversorgung. Die ‎Wärme wird umweltschonend erzeugt und durch ein wärmegedämmtes Rohrsystem direkt in ‎die Immobilien geleitet. Anstelle einer Heizungsanlage sind die Gebäude mit einer wartungsarmen Fernwärme-Kompaktstation ‎ausgestattet. Die Nutzer profitieren von transparenten, günstigen Wärmepreisen und ‎geringeren Preisschwankungen im Vergleich zu anderen Wärmelösungen. Darüber hinaus ‎reduziert Fernwärme die CO2-Emissionen des versorgten Gebäudes und bietet eine sehr ‎hohe Versorgungssicherheit. Letztlich ist es aber vor allem auch eine Steigerung des ‎Wohnkomforts und der gefühlten Sicherheit, zu wissen, dass weder eine Heizungsanlage ‎direkt im Haus in Betrieb ist, noch Brennstoffe vor Ort gelagert werden.‎

„Vor Ort  erzeugte Energie zu nutzen, ist ein entscheidendes Kriterium für die ‎regionale Energiewende“, so Landrätin Tanja Schweiger. „Der Landkreis Regensburg möchte ‎zudem in Sachen Klimaschutz eine Vorbildfunktion einnehmen. Kooperationen wie diese ‎eignen sich dafür besonders.“ Auch Barbings Erster Bürgermeister Johann Thiel sieht dem ‎Projekt positiv entgegen: „Mit dieser Art der Wärmenutzung können wir den CO2-Ausstoß ‎deutlich reduzieren, nicht nur für das Neubaugebiet, sondern auch für unsere Liegenschaften ‎der Gemeinde. Diese Lösung ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch wirtschaftlich ‎sinnvoll.“ ‎‎