Erstes Treffen mit Netzwerkpartnern und Flüchtlingshelfern in der Erstaufnahmeeinrichtung

Die Idee, ein Schutzkonzept für Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften aufzustellen, gibt es bei der Regierung der Oberpfalz bereits seit der Teilnahme an der Regionalkonferenz des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und UNICEF in Nürnberg im Oktober 2016. Kurz darauf wurde eine Arbeitsgruppe in der Erstaufnahmeeinrichtung Regensburg unter der Federführung von Birgit Six-Braun, Mitarbeiterin der Erstaufnahmeeinrichtung, eingerichtet, um dieses Ziel zu verwirklichen. Die Regierung der Oberpfalz bewarb sich mit Unterstützung des Bayerischen Sozialministeriums im Rahmen der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“ um eine Förderung des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und erhielt die Zusage, zwei von bundesweit insgesamt 100 GewaltschutzkoordinatorInnen für die Umsetzung eines Schutzkonzeptes einsetzen zu können. Die beiden Stellen werden jährlich jeweils mit 40.000 Euro gefördert.

„Wir freuen uns, Teil dieses bundesweiten Modellprojekts zu sein. Die Präventionsarbeit ist sehr wichtig und trägt sicherlich dazu bei, unsere Flüchtlingsunterkünfte in der Oberpfalz ein Stück weit sicherer zu machen“, betont Regierungspräsident Axel Bartelt. Ziel der Bundesinitiative ist es, die Sicherheit von Kindern, Frauen und Jugendlichen sowie anderen besonders schutzbedürftigen Personen in Asylunterkünften zu verbessern und spezifische Schutzkonzepte zu entwickeln. Die GewaltschutzkoordinatorInnen sind die zentralen Ansprechpartner für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Beschäftigten in den Flüchtlingsunterkünften.

Die erste Stelle ist seit Juni 2017 mit Sozialpädagogin Simone Seebauer besetzt. Sie hat ihre Arbeit in der Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung der Oberpfalz in Regensburg aufgenommen. Die Erstaufnahmeeinrichtung in der Bajuwarenkaserne verfügt über ein Gebäude ausschließlich für Frauen, Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderung und LSBTI (homo-, bi-, trans- oder intersexuelle) Personen. Eine zweite Stelle befindet sich derzeit in der Ausschreibung. Sie soll möglichst bald in der Gemeinschaftsunterkunft in der Dieselstraße in Regensburg installiert werden. Dort gibt es, wie in der Erstaufnahmeeinrichtung, zwei abschließbare Stockwerke ausschließlich für schutzbedürftige Personengruppen.

Beim ersten Treffen mit über 20 Netzwerkpartnern, darunter die Asylsozialberatungen der Wohlfahrtsverbände, Vertreter der Stadt Regensburg, der Polizei, der Frauenhäuser, zahlreiche Beratungsstellen und Helfergruppen wie z.B. Campus Asyl, präsentierte Simone Seebauer ihre ersten Ideen für das Schutzkonzept. In der ersten Phase soll eine Bedarfs- und Risikoanalyse Aufschluss über die aktuelle Situation geben. Dann sollen Personal und BewohnerInnen im Rahmen von Schulungen sensibilisiert werden. Um z.B. Formen von Gewalt besser erkennen und intervenieren zu können, soll ein Leitfaden entwickelt werden, welche standardisierten Abläufe bei Gewalt- und Gefährdungssituationen durchzuführen sind. An die Netzwerkpartner und ehrenamtlichen Helfer richtete Seebauer die Bitte um Unterstützung, z.B. durch Präventionsarbeit, ein Sportangebot für Kinder und Jugendliche oder eine Hausaufgabenbetreuung.

„Unsere Bewohner brauchen eine sinnvolle Beschäftigung“, so Seebauer. Im Anschluss an die Präsentation fand ein reger Austausch der Netzwerkpartner über bereits bestehende Angebote und Schulungs- und Beratungsmöglichkeiten statt und wie sich diese in das neue Schutzkonzept einbinden lassen. Der Informationsaustausch soll bei weiteren Treffen noch intensiviert werden. „Das Schutzkonzept soll nach der Erstellung nicht nur in den beiden Einrichtungen gelten, in denen die beiden GewaltschutzkoordinatorInnen tätig sind. Es soll auch auf die Gemeinschaftsunterkünfte in der Oberpfalz und auf das Transitzentrum übertragen und angepasst werden“, betonte Regierungspräsident Axel Bartelt.