„Wertvollste Schatzkammer“

Depot des neuen Museums der Bayerischen Geschichte fertig gestellt

Regensburg – Das Museum der Bayerischen Geschichte nimmt Formen an. Nun wurde das Depot fertig gestellt. Zur Übergabe kam Prof. Dr. Marion Kiechle. „Das Depot“, so die neue Kunstministerin, sei die „wertvollste Schatzkammer Bayerns“. Das erste Ausstellungsstück ist auch schon da.

Von Mario Hahn

Gut gelaunt erschien Kunstministerin Prof. Dr. Kiechle zu ihrem ersten offiziellen Termin als Staatsministerin. „Erst seit drei Wochen im Amt und schon so einen besonderen Auftrag“, freute sich die Repräsentantin des Freistaates.
Vor den Augen Lokalpolitiker und aus den Händen von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer nahm sie die Schlüssel für den historischen Österreicher Stadel entgegen.
Das frühere Lagergebäude steht dem Haus der Bayerischen Geschichte als Depot und Restaurierungswerkstatt parat. Die Stadt hat das Gebäude in dreijähriger Bauzeit umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen unterzogen, um es für die Nutzung als Museumsdepot, das den vielfältigsten Bedingungen von Konservierung hinsichtlich Klima und Luftfeuchtigkeit gerecht wird, vorzubereiten.
Mit der Übergabe von Stadt auf Freistaat ist zugleich der erste Mieter eingezogen. Objekt Nummer eins des neuen Depots steht für die bayerische Demokratiegeschichte und gehört zu den größten Exponaten des neuen Museums: Der monumentale Wandteppich aus dem alten Plenarsaal des Bayerischen Landtags.

Der Wandteppich aus dem Landtag zeigt das große bayerische Staatswappen und die Stadtwappen der Regierungssitze der bayerischen Bezirke und der bis 1945 zu Bayern gehörenden Rheinpfalz. Unter dem knapp sieben mal sieben Meter großen Bildteppich wurde von 1950 bis 2004 debattiert, diskutiert und abgestimmt – und zahlreiche Gesetze wurden verabschiedet.
Foto: Rolf Poss

Insgesamt 30 Bühnen wird es im neuen Museum geben – mit ähnlich herausragenden Exponaten zur bayerischen Geschichte vom Prunkschlitten König Ludwig II. bis zum Fluchtballon von Naila. Hinzu kommen kleinere, aber nicht minder wertvolle Objekte, darunter viele Schenkungen und Leihgaben, die persönliche Geschichten ergänzend zur großen Historie erzählen.
Im Mai 2019 soll das Museum der Bayerischen Geschichte eröffnet werden.

 

Eckdaten zum Österreicher Stadel

Der Österreicher Stadel in Regensburg
Foto: Peter Ferstl

Dem Haus der Bayerischen Geschichte stehen im Österreicher Stadel 360 Quadratmetern Werkstattfläche und rund 2.000 Quadratmetern Depotfläche zur Verfügung. Zunächst als Brauhaus errichtet, wurde der Stadel 1786 zum Salzstadel umgebaut und als Lagerfläche genutzt. Für 6.000 Gulden – das entspricht heute etwa 2 Mio. Euro – wurde damals die imposante Holzkonstruktion eingebaut, die noch heute erhalten ist. Mit Aufhebung des staatlichen Salzmo-nopols 1868 wurde der Salzstadel zur weiteren Nutzung an die Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft mit Sitz in Wien verpachtet. Mitte der 1960er wurde darin ein Möbelmarkt untergebracht. 1988 kam es zu einem Brand, den die histo-rische Holzkonstruktion aber erstaunlich gut überstanden hat. Bis zur aktuellen Umbauphase diente der Stadel dem Historischen Museum als Steindepot.