Für die Instandsetzung des Schiffskörpers des Lastkahns Helga im Schifffahrts-Museum Regensburg stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr 15.000 Euro zur Verfügung. Der Fördervertrag erreicht Dr. Ing. Dieter Urmann, den Vorsitzenden des Vereins Arbeitskreis Schifffahrts-Museum Regensburg e.V. in diesen Tagen. Der korrodierte Schiffskörper und die verschlissenen Reibhölzer müssen restauriert, der geschädigte Außenanstrich erneuert werden. Der Kahn besitzt eine besondere geschichtliche Bedeutung als Zeugnis einer im Aussterben begriffenen Transportart der Binnenschifffahrt auf der Donau.

Die Helga ist einer der letzten Schleppkähne mit den Standardmaßen für den alten Ludwig-Donau-Main-Kanal, der bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts nur für den Treidlbetrieb ausgelegt war. Die Helga wurde zum letztgebauten nichtmotorisierten Frachtkahn der letzten Regensburger Schiffmeisterfamilie.

Das bewegliche Denkmal liegt altstadtnah bei der Eisernen Brücke. Der antriebslose Schleppkahn ist ein geschweißtes Schiff von etwa 32 Meter Länge und 4,44 Meter Breite. Gebaut wurde es 1955 auf der Hitzler-Werft in Regensburg für den Kleinschifffahrtsunternehmer Hans Hofmeister aus Regensburg, für dessen Firma die Helga langjährig in Betrieb war. Zuletzt diente das Boot der Firma Meister Deggendorf, bevor es als drittes Museumsschiff des Schifffahrtsmuseums am Donaumarkt 2003/2004 zum Anleger umfunktioniert wurde. Dazu wurde der Laderaum geschlossen und eine Steganlage montiert.

Die Helga gehört als antriebsloser Schleppkahn einem technisch überholten Schiffstyp an. Bei den größeren deutschen und österreichischen Reedereien werden solche Fahrzeuge schon seit Jahren nicht mehr als Schleppkahn genutzt. Die Helga ist jedoch ein wichtiger technik- und transportgeschichtlicher Zeuge für diese inzwischen durch Schubschifffahrt und Motorgüterschiffe verdrängte Gattung der Donauschifffahrt.

Das Museumsschiff ist nunmehr eines der über 360 Projekte, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte. (DSD).