Hurra, endlich dürfen auch wir mit! Wie oft schon wollten die Geschwisterkinder zu an den Waldererlebnistagen teilnehmen. Dieses Jahr ist es endlich soweit. Mit ihren jüngeren Geschwistern geht es mit Naturpädagogin Sylvia Fenzl und Physiotherapeutin Anne Liegel ins Walderlebniszentrum bei Sinzing. Das Kinderzentrum St. Martin, in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. bietet das dreitägige Erlebnis dank der Unterstützung des Fördervereins Aktion Sonnenschein Regensburg e.V. zum siebten Mal an.

„Sieben Waldkinder gehen auf Abenteuer…“ so beginnt das Waldlied, das die großen und kleinen Kinder gemeinsam bei ihren Ausflügen in den Wald singen. Drei Tage hintereinander fahren die Abenteurer in den Wald und kommen nachmittags wieder nach Hause. „Meistens sind sie von den vielen Eindrücken und der frischen Luft total platt,“ lacht Naturpädagogin Sylvia Fenzl. Sie können sich austoben, erleben sich auf vielen Ebenen und lernen vom Wald, einem richtig guten Lehrer. Als „vertrauensvoller Lehrer“ bietet der Wald die günstigsten Bedingungen für eine gesunde körperliche, geistige und seelische Entwicklung unserer Kinder.

Der Wald ist zu jeder Jahreszeit eine unerschöpfliche Quelle

Wie muss ich mein Gewicht verlagern um auf dem Ast zu balancieren? Komme ich diesen Baum hoch und welche Äste sind für das Lagerfeuer am besten geeignet? Wie gut tut es mir in der Gruppe zu sein, aber auch mal in Ruhe für mich? Das spielerische Entdecken und Erkunden ist richtig spannend, wertvoll und für den kindlichen Aktivitäts- und Erfahrungsdrang enorm wichtig. „Nebenbei werden Gleichgewicht, motorische Steuerungsfähigkeit und Geschicklichkeit gefördert,“ berichtet Physiotherapeutin Anne Liegel. Auch die sozialen Erfahrungen werden bei einem Ausflug in der Gruppe vertieft. Die Kinder lösen gemeinsame Aufgaben, lernen Regeln kennen und erleben sich mit all ihren Fähigkeiten als ein wichtiges und positives Gruppenmitglied. Bei einem Ausflug tiefer hinein in den Wald entdeckten sie zum Beispiel, den Barfußparcour. Dort spüren sie den Boden in all seiner Beschaffenheit. Sogar blind, vertrauend auf die Führung der anderen Kinder: ein Wagnis. Sich auf den anderen verlassen können, das ist eine wichtige Erfahrung.

Der Wald gibt Raum und nimmt jeden auf

Bei einem gemeinsamen Nachtreffen im November waren die Eltern endlich „live“ dabei und ließen sich von den Kindern „ihren“ Wald zeigen. Sie haben gesehen, wie wertvoll die Zeit für ihre Kinder war und wie einfach es ist die Natur für gemeinsame Unternehmungen zu jeder Jahreszeit zu nutzen. Die
Eltern waren dankbar, dass sie und ihre Kinder dieses Erleben und Erspüren im Wald machen durften. Diese Erfahrungen sind wie „Samenkörner“, die zu anderen Lebenszeiten aufkeimen und Kraft geben.