Postbotin Claudia Stegerer liefert bei Wind und Wetter

Regensburg – Viele Regensburger sind wenig begeistert von den eisigen Temperaturen. Doch die wenigsten müssen wirklich draußen im Freien arbeiten. Sie sitzen in beheizten Büros oder arbeiten in weniger kalten Hallen. Anders verhält es sich bei Claudia Stegerer. Sie ist Postbotin und bei Wind, Wetter und Kälte heldenhaft mit dem Fahrrad unterwegs, um uns pünktlich mit unserer Post zu versorgen.

Von Matthias Dettenhofer

Brrrr. Es ist eisig kalt. Irgendwas zwischen minus 10 und minus 20 Grad. Der Wind schneidet wie mit kleinen Messern in die Haut. Alles scheint in diesem Moment besser, als aus dem Haus in die Arbeit zu gehen. Bett, Couch, Kachelofen oder Heizkörper sind uns in diesem Moment näher als Wind und Wetter.

Kein Problem jedoch für Claudia Stegerer. „Mir macht die Kälte nichts aus, solange ich in Bewegung bin und das bin ich ja meistens“, lacht die Postbotin. Mit ihrem Fahrrad startet sie um 8.45 Uhr und trotzt dabei Väterchen Frost. „Meistens bin ich bis 14.30 Uhr unterwegs.“ Heute hat sie sogar ein dreirädriges E-Bike für ihre Tour bekommen. Viel besser bei Schnee und Eis, klar, man kann nicht so leicht wegrutschen und umkippen.

Trotz aller Bewegung auf dem Fahrrad muss sich Stegerer natürlich passend kleiden. Warme Skiunterwäsche ein Muss. Zwar gibt es auch von der Post Winterbekleidung, aber dennoch schwört sie besonders auf Wolle. „Stricksachen halten einen am besten warm. Wollsocken, Wollmütze und Wollhandschuhe sind optimal.“ Dabei sind die Handschuhe ein besonders kniffliges Thema. Fingerlinge müssen es sein, weil einem sonst die Briefe immer wieder aus den Händen flutschen. „Damit meine Fingerspitzen ein wenig geschützt sind habe ich Gummihandschuhe unter den Wollhandschuhen. Damit kann ich perfekt greifen.“

Wer nun denkt bei der Bein- und Oberkörperbekleidung ist alles Jacke wie Hose, der irrt gewaltig. „Klar, eine Winterhose ist Pflicht, aber als Jacke reicht mir eine Fleece-Jacke völlig. Sonst wird’s mir zu warm“, so Stegerer. Wie bitte? Zu warm, bei minus 15 Grad? „Ich bin ja in Bewegung.“

Auf Tee oder andere wärmende Getränke verzichtet sie. Einen Tipp sich gegen die Kälte abzuhärten hat Stegerer dennoch parat. „Ich gehe regelmäßig in die Sauna. Das stärkt die Abwehrkräfte und tut einfach gut.“ Dennoch ist die Vorfreude auf den Frühling riesig. Kein Schnee, kein eisiger Wind und vor allem keine gefühlten minus 30 Grad.