Den Energieversorger zu wechseln, ist einfacher denn je. Vergleichsportale bieten einen schnellen Überblick. Anträge für einen Wechsel können direkt online ausgefüllt werden. Billiganbieter locken mit auffallend niedrigen Preisen. Doch sind die Schnäppchen-Angebote wirklich so günstig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen? „Wer zum günstigsten Anbieter wechselt, ohne genau hinzuschauen und das Kleingedruckte zu studieren, kann unangenehme Überraschungen erleben“, warnt Bauen-Wohnen-Fachautor Martin Schmidt.

Typisch ist zum Beispiel ein Wechselbonus, der die Kosten im Wechseljahr gering hält. Danach kann der neue Tarif aber teurer ausfallen als der alte. Auch versteckte Preiserhöhungen im laufenden Vertrag können für Ärger sorgen. Die gesetzliche Verpflichtung, Kunden über Preisveränderungen transparent zu informieren, versuchen manche Billiganbieter zu umgehen. Ein beliebter Trick: Informationen werden als Werbebriefe getarnt, in der Hoffnung, dass Verbraucher sie überlesen oder den Brief als Werbesendung ungelesen ins Altpapier geben.

„Seriosität spielt eine erhebliche Rolle“, meint auch Martin Endress vom größten deutschen Energieversorger E.ON. Die Pleiten einiger Anbieter und die Turbulenzen anderer Versorger hätten gezeigt, dass sich ein billiger Preis alleine nicht auszahle. Es lohne sich daher, etwas mehr Zeit zu investieren und verschiedene Angebote genau unter die Lupe zu nehmen. So sollte man etwa auch Sonderangebote des bisherigen Anbieters in Betracht ziehen oder überprüfen, ob er einen Tarif bietet, der besser zu den eigenen Verbrauchsgewohnheiten passt. (djd).