Bezirksheimatpflege und Pustet Verlag geben einen opulenten Text- und Bildband zur Geschichte Oberpfälzer Klöster heraus

Der Ort für die Buchpräsentation „Oberpfälzer Klosterlandschaft“, herausgegeben von Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl und Manfred Knedlik, konnte nicht passender gewählt sein: Im Amberger Stadttheater, früherer Sitz des Franziskanerklosters in Amberg, würdigte Bezirkstagspräsident Franz Löffler die Klöster der Oberpfalz als prägend für den ländlichen Raum. „Die Klöster gehören zur Identität der Oberpfalz“, betonte Löffler und verwies auf die zahlreichen staatlichen, kommunalen und privaten Nachnutzungen als Behördensitze, Sozialeinrichtungen oder Schulen. Der Bezirk Oberpfalz unterstützt im Rahmen seiner denkmalpflegerischen Aufgaben auch den Erhalt der historisch bedeutsamen Klöster wie etwa Waldsassen, Plankstetten oder Speinshart.

Buchherausgeber Dr. Tobias Appl stellte in seinem Vortrag die wechselhafte Geschichte der Oberpfälzer Klöster vor. Im Vergleich zum restlichen Altbayern setzten Klostergründungen in der Oberpfalz erst an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert ein. Dabei waren diese Gründungen nicht nur Mittelpunkte des Glaubens, sondern bildeten Zentren der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung.

Der 300 Seiten starke Text- und Bildband gliedert sich in drei Kapitel. In seinem Vortrag folgte Appl dieser Gliederung und gab im Zeitraffer einen Überblick zu den Klostergründungen der alten Prälatenorden, dem Wirken der Bettelorden und der Geschichte der Reformorden, die mit Jesuiten, Franziskanern, Paulanern und Salesianerinnen für Amberg besondere Bedeutung hatten. Appl brachte auch die Eingriffe der Politik ins religiöse Leben zur Sprache, als im 16. Jahrhundert und 1806 die Klöster säkularisiert wurden. Ambergs Bürgermeister und Bezirksrat Martin Preuß machte die Bedeutung der Klöster für Entwicklung Ambergs deutlich. Der 1773 als Laienbruder in das Amberger Paulanerkloster eingetretene Bruder Barnabas war schon ein Jahr später als Braumeister im Kloster Neudeck am Fuß des Nockherbergs in München tätig und wurde so zum historischen Vorbild des Salvatorredners beim jährlichen Starkbieranstich.

Verleger Fritz Pustet dankte den beiden Herausgebern und den 27 Autoren, dass sie die Herausforderung angenommen haben, „präzise und verständlich“ die Glaubens- und Kulturgeschichte der Oberpfälzer Kloster neu darzustellen. In dem Buch werden die Geschichte und Bedeutung von etwa 30 Klöstern in der Oberpfalz ausführlich beschrieben. Seinen Dank richtete der Verleger auch an den Fotografen Mario Kick, der dafür sorgt, dass der Band „Oberpfälzer Klosterlandschaft“ eine Entdeckung für das Auge ist.

Buchempfehlung: Tobias Appl, Manfred Knedlik (Hgb.) Oberpfälzer Klosterlandschaft, Verlag Friedrich Pustet, ISBN 978-3-7917-2759-2, 34,95 Euro.