„Die größten Gegensätze liegen zwischen dem, was die Menschen denken, und zwischen dem, was sie sagen. Dort sind die Mauern. Dort sind die Elektrozäune.“ Wer hat’s gesagt? Henning Mankell, der Autor von „Lampdusa“, unter Krimifreunden vor allem bekannt als geistiger Vater von Kommissar Wallander. Lampedusa heißt das hochaktuelle Stück des sozialkritischen Schweden über die Elektrozäume im eigenen Kopf. Vom Ovigo-Theater aus Oberviechtach wurde es nun mitreißend mit Profis in Szene gesetzt.

Anna, junge Fernsehmoderatorin einer Talk-Show, hat Titania zu Gast. Kurz vor der Live-Sendung sprechen sie durch, was Thema sein soll. Titania ist eine gebürtige Muslimin aus Sambia. Obwohl sie erst fünf Jahre alt war, als die Familie zunächst nach London und dann nach Schweden zog, weiß sie zu berichten, wie ihre Familie in Sambia die schwarzen Angestellten ausgebeutet und schlecht behandelt hat. Der Beweggrund für die Flucht von dort war die Angst vor Idi Amin, der im benachbarten Uganda begann, die nicht-schwarze Bevölkerung zu verfolgen.

Wie schon diese Familiengeschichte die Grenze zwischen Opfern und Tätern schwer ausmachen lässt, erweist sich auch Titania als schwer einzuordnen. Anna hofft, durch die Schilderung der Unterdrückung muslimischer Frauen Quote zu machen. Titania hat einen anderen Beweggrund, sich in Annas Sendung zu präsentieren. Sie liebt eine Frau, die auch Muslimin ist; bislang führen sie ihre Beziehung heimlich, aber Titania will sie öffentlich machen. Sie weiß, dass sie riskiert, angefeindet und mit dem Tod bedroht zu werden.

Vorpremiere für Regensburg ist am 11. Januar um 19 Uhr im TVA Studio. Alle Plätze sind ausgebucht. Weitere Termine: 13. und 14.1. (20 Uhr) und 15.1. (19 Uhr) jeweils im W1 in Regensburg.