Am Donnerstag, 5. Januar, ab 19 Uhr, findet im Pfarrheim St. Joseph, Reinhausen, zum elften Mal eine Rauhnachtssitzweil statt. Veranstalter sind der Bürgerverein Roahausen, der Trachtenverein Regensburg „Stamm“ und der Pfarrgemeinderat St. Joseph.

Von Matthias Dettenhofer

Mit Musik, Gesang und Geschichten stellen die Trachtler das althergebrachte, bodenständige Brauchtum zur Rauhnachtszeit vor. Maskierte Gestalten erscheinen dabei nur in der Phantasie der Zuhörer, der sie in alter Zeit auch entsprungen sind. Für Musik und Gesang sorgen die Trachtenkapelle Regensburg „Stamm“, De Hoaglich´n und die Familie Glas mit Freind. Durch das Programm führt CSU-Stadtrat Erich Tahedl.

De Haoglichen um Erich Tahedl (re.) Foto: Regensburg Stamm

De Haoglichn um Erich Tahedl (re.) Foto: Regensburg Stamm

Doch was genau ist eigentlich eine Rauhnacht? „Bei uns spricht man gewöhnlich von zwölf Rauhnächten, aber nur drei stehen in höherem Ansehen. Die höchsten Rauhnächte sind bei uns Weihnachten (Christnacht), Silvester und die Nacht vor Heilig Drei König“, so Tahedl.

Früher wurden an diesem Abend glühende Kohlen aus dem Herd geholt und auf einer eisernen Schaufel oder einer Blechbüchse mit geweihtem Weihrauch bestreut. Dies trug der Vater oder Großvater durchs Haus und Stall. Die Kinder begleiteten ihn mit Weihwasser und Kreide.

Diese Rauhnächte werden auch Losnächte bezeichnet, weil in diesen Nächten alle bösen Geister zur Erde gelassen werden. In einer anderen Deutung heißt es, dass während dieser Nächte Leid und Freud, Glück und Unglück durch Los bestimmt würden. So zum Beispiel durch Bleigießen, Apfelbrechen, Schalenwerfen, Pantoffelschleudern, Zwiebelschalen usw. Alle diese Schicksalslosungen erinnern an den germanischen Brauch des Runenwerfens, wobei man auch die Zukunft befragen wollte.

Trachtenkapelle Regensburg "Stamm" Foto: Regensburg Stamm

Trachtenkapelle Regensburg „Stamm“ Foto: Regensburg Stamm